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Mobilis in Mobili

Copyright: Archimethod
1870 veröffentlichte Jules Verne “Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer” und stellte der Welt die Nautilus vor. Mit diesem legendären U-Boot navigierte der Wissenschaftler und Entdecker Kapitän Nemo durch die Tiefen des Meeres - unter dem Motto “Mobilis in Mobili”: bewegt in einer sich wandelnden Umgebung.
Auch Gebäude stehen heute in einem ähnlichen Spannungsfeld: Ihre inneren Anforderungen verändern sich im Rhythmus von Tag und Jahreszeiten und entwickeln sich über Jahre hinweg durch neue Nutzungen und steigende Erwartungen weiter. Gleichzeitig sind sie Teil einer Umwelt, die sich kontinuierlich wandelt – durch Klima, Ressourcenverfügbarkeit und äussere Einflüsse.
Wie kann Architektur unter diesen Bedingungen mehr sein als eine statische Antwort auf einen einzigen Moment? Dieses Projekt untersucht diesen scheinbaren Widerspruch und übersetzt ihn in eine Entwurfsstrategie, die Nutzerkomfort und natürliche Ressourcen über Zeit hinweg in Beziehung setzt.
Auch Gebäude stehen heute in einem ähnlichen Spannungsfeld: Ihre inneren Anforderungen verändern sich im Rhythmus von Tag und Jahreszeiten und entwickeln sich über Jahre hinweg durch neue Nutzungen und steigende Erwartungen weiter. Gleichzeitig sind sie Teil einer Umwelt, die sich kontinuierlich wandelt – durch Klima, Ressourcenverfügbarkeit und äussere Einflüsse.
Wie kann Architektur unter diesen Bedingungen mehr sein als eine statische Antwort auf einen einzigen Moment? Dieses Projekt untersucht diesen scheinbaren Widerspruch und übersetzt ihn in eine Entwurfsstrategie, die Nutzerkomfort und natürliche Ressourcen über Zeit hinweg in Beziehung setzt.










Copyright général des photographies: Archimethod












Copyright général des plans / schémas / graphiques: Archimethod
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Textes Critères de Davos
Gouvernance
Von Beginn an arbeiteten Eigentümer, Architekten und Ingenieure eng zusammen, um gemeinsame Projektziele zu definieren. Ein innovatives und multidisziplinäres digitales Toolset unterstützte diesen Prozess in Analyse, Experiment, Entscheidungsfindung und Entwurf, indem es komplexe Umweltdaten räumlich lesbar machte. So wurden Auswirkungen von Sonne, Lärm, Verschattung und Blickbeziehungen unmittelbar verständlich und der gemeinsame Prozess gestärkt.
Fonctionnalité
Die Auswertung von Verschattung und Solarertrag über Tag und Jahr zeigte, welche Zeitfenster für Nutzung und Komfort besonders relevant sind. Januar und Juli sowie Morgen und Abend wurden als massgebliche Peaks definiert – in Bezug auf Aufenthaltsqualität, Tageslicht, Energiebedarf und Erzeugung. Diese Eckwerte steuerten Grundrisslogik, Raumbezüge und die schrittweise Entwicklung von Form und Bauteilen.
Environnement
Einerseits ist die Gebäudefigur als passive Klimastrategie entwickelt: Öffnungen nutzen solare Gewinne in der kalten Jahreszeit, während Überstände, Verschattung und gezielt platzierte Aussenräume sommerliche Überhitzung reduzieren. So bleibt die Aufenthaltsqualität auch in Hitzespitzen stabil und der Bedarf an aktiver Kühlung sinkt. Anderseits unterstützen Photovoltaikmodule an unverschatteten Fassadenbereichen eine ausgeglichene Energiebilanz.
Économie
Die Konstruktion kombiniert Holz und Beton zu einem wirtschaftlichen und zugleich robusten System. Sie vereint effiziente Bauabläufe mit einem sinnvollen Verhältnis von Kosten, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Der Grundriss ist klar strukturiert und modular aufgebaut, was Planung und Ausführung vereinfacht und eine flexible Nutzung unterstützt. Grosse Überstände schützen vor Regen und verlängern so die Lebensdauer der geölten Lärchenfassade.
Diversité
Das Gebäude verbindet Arbeiten und Wohnen in einer klar gemischten Nutzung: Im Erdgeschoss liegen Büroflächen, darüber Wohnräume. Mehrere gemeinschaftliche Aussenbereiche erweitern den Alltag der Bewohner um soziale Räume. Die Dachterrasse bietet beste Bedingungen für Sonne, Luft und Ausblick und wird als gemeinsamer Treffpunkt genutzt. Garten und Gartenhaus ergänzen dies im Erdgeschoss als grüner Ort für Austausch, Begegnung und Erholung.
Contexte
Die Gebäudeform schliesst eine städtebauliche Lücke und reagiert auf das Wechselspiel von Bebauung und Freiraum im Quartier. Dadurch entsteht ein ruhiges, ausgewogenes Verhältnis zur Umgebung. Gleichzeitig greift das Projekt den „Ballatoio“ auf – einen für das Tessin typischen externen Laubengang – und interpretiert ihn neu: als Element zwischen ländlicher Typologie und urbaner Nutzung, das Erschliessung und Begegnung verbindet.
Esprit du lieu
Das Projekt entwickelt seine Identität aus einem klaren, funktional begründeten Konzept, das sich intuitiv verstehen lässt. Aus der präzisen Reaktion auf Ort, Klima und Nutzung entsteht eine Architektur mit eigenem Charakter, die sich nicht nur in den Kontext einfügt, sondern ihn weiterprägt. So kann ein unverwechselbarer Alltagspunkt entstehen, der den Bewohnern Orientierung, Zugehörigkeit und Qualität bietet.
Beauté
Die Gebäudehülle wird zum bewohnbaren Zwischenraum: Balkone, Laubengänge und ein flexibles Holzraster schaffen eine Schicht zwischen Innen und Aussen. Hier treffen Menschen, Vegetation sowie passive Strategien und aktive Technologien aufeinander. Der Übergang ermöglicht Offenheit und Schutz zugleich, reagiert auf wechselnde Jahreszeiten und verbindet Alltag, Klima und Ressourcen zu einem sinnlichen architektonischen Ausdruck.
Caractéristiques
Lieu
Lugano
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Habitat
Type de tâche
Nouvelle construction
Type de procédure
Mandat direct
Coût de construction en CHF (SIA 416)
Surface de plancher en m² (SIA 416)
Planification
2024 → 2025
Réalisation
→
Année de mise en service
2027
Soumissionnaire(s) | Intervenants