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Neubau Casa Depuoz, Sedrun
Neubau Casa Depuoz, Sedrun
Copyright: Albertin Architekten
080
N° DE SOUMISSION: 186
Casa Depuoz ist ein Ort, an dem nachhaltige Architektur zu einem Raum des Wohlbefindens wird – ein Zuhause, das Sicherheit, Selbstbestimmung und Gemeinschaft ermöglicht. Es bietet zwölf Erwachsenen mit kognitiver Beeinträchtigung ein geschütztes, selbstbestimmtes Zuhause. Der Eingang liegt dort, wo Wege sich kreuzen - zwischen Schule, Bahnhof und Zentrum. Ein offener Platz mit Brunnen und Bergahorn markiert das Ankommen und schafft Begegnung zwischen Bewohnern, Gästen und Einheimischen. Der Neubau folgt einer Haltung der Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt. Regional verfügbare Materialien und der bewusste Verzicht auf Fertigprodukte reduzieren den Verbrauch nicht erneuerbarer Energie. Photovoltaikanlage und Fernwärme sichern einen verantwortungsvollen Betrieb. In der Erstellung und im Betrieb unterschreitet das Gebäude die Richtwerte der SIA-Norm 390/1. Sie stehen im nachhaltigen Einklang mit Ort, Zeit und Gesellschaft. Errichtet aus 230 m³ Schweizer Holz und verkleidet mit handgespaltenen Lärchenschindeln, strahlt das Gebäude Wärme und handwerkliche Sorgfalt aus. Die Fassade nimmt Bezug zum historischen Kontext und fügt sich selbstverständlich in das Dorf ein. Vorgefertigte Holzkonstruktionen für Wände und Decken aus lokalem Schnittholz verkürzen Transportwege, stärken einheimisches Handwerk und ermöglichen eine nachhaltige Erstellung. Jedes Geschoss bildet eine eigenständige Wohngruppe mit gemeinsamen Wohn- und Essbereich, das sich nach Süden öffnet und dem Lauf der Sonne folgt. An Schnittstelle zwischen Gemeinschaft und Rückzug liegt der Betreuerraum – vermittelnd zwischen den lebendigen Räumen im Süden und den stilleren Bewohnerzimmern im rückwärtigen Bereich. Stampflehmböden und Lehmputze prägen das Innere und tragen wesentlich zu einem gesunden Raumklima und Wohlbefinden bei. Dieser Neubau ist mehr als ein Gebäude: ein Ort des Austauschs, an dem Material, Licht und Raum Geborgenheit schenken und eine Haltung des gemeinschaftlichen Lebens sichtbar machen.
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Holzbrunnen als zentrales Gemeinschaftselement – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Erdgeschoss mit Bezug zum Aussenraum – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Ort des Ankommens und der Begegnung – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Fassadengestaltung beim Wintergarten – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Gedeckter Eingangsbereich – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Flächenspiel aus Schindeln und Holzschalung – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Gestaltungselemente der Fassade – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Blick in den Wintergarten – Foto: Oliver Hänni
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Bewohnerzimmer – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Blick in Korridor und Raumbezug zum Aufenthaltsraum – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Erker als heimeliger Rückzugsort – Foto: Ingo Rasp
Neubau Casa Depuoz, Sedrun – Blick von Küche zum Korridor – Foto: Oliver Hänni
Copyright général des photographies: Albertin Architekten
Copyright général des plans / schémas / graphiques: Albertin Architekten
Copyright: Albertin Architekten
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Casa Depuoz steht für verantwortungsvolle Gouvernanz. Transparente Planung, partizipative Prozesse und die enge Zusammenarbeit von Bauherrschaft, Fachplanern, lokalen Handwerkern und Gemeinde sichern langfristige Qualität, Akzeptanz und Identifikation. Regionale Wertschöpfung, sorgfältige Umsetzung und ein nachhaltiger Betrieb verankern langfristige Verantwortung gegenüber Gesellschaft, Umwelt und den Nutzenden.
Fonctionnalité
Casa Depuoz schafft ein barrierefreies Zuhause, in dem Nähe und Rückzug im Gleichgewicht stehen. Drei identisch strukturierte Wohngruppen verbinden gemeinschaftliche Wohnbereiche mit privaten Zimmern. Ein Betreuerraum pro Geschoss gewährleistet einen reibungslosen Betrieb. Wohn- und Essbereiche folgen dem Sonnenlauf – Architektur im Rhythmus des Alltags.
Environnement
Der Neubau folgt einer klaren ökologischen Haltung. Regionales Holz, Lehm und Lärchenschindeln verbinden Baukunst und Natur. Der bewusste Verzicht auf Untergeschoss und Beton, kurze Transportwege und eine materialgerechte Konstruktion und Ausführung der Details reduzieren Eingriffe, Energieaufwand und Unterhalt. Energiegewinnung und Landschaft treten in Dialog – ein Haus, das mit seiner Umwelt denkt und auf sie reagiert.
Économie
Regionale Arbeitsvergaben schaffen Wertschöpfung vor Ort: Sie sichern Arbeitsplätze, stärken das Handwerk und fördern langfristige Perspektiven in der Region. Das Haus folgt der Einfachheit früherer Baukunst, nutzt lokale Materialien und eine klare, materialgerechte Konstruktion. So entsteht ein nachhaltiger Kreislauf aus Wirtschaft, Handwerk und Leben.
Diversité
Der Brunnen und der Bergahorn markieren Schwelle und Treffpunkt zugleich. Das Erdgeschoss öffnet sich mit öffentlichen Nutzungen zur Gemeinschaft. Ein zentrales Treppenhaus erschliesst drei gleichwertige Wohngruppen. Blickbezüge ins Tal strukturieren den Alltag. Innen- und Aussenräume verweben Wohnen, Dorf und Schule zu gelebter Inklusion.
Contexte
Das viergeschossige Haus liest seinen Ort und antwortet zurückhaltend. Massstab, Ausrichtung und Dachform entstehen aus dem Dialog mit der Umgebung. Sockel, Holzfassade, feine Akzente und ausgewogene Fensterproportionen verleihen dem Bau Ruhe und Eigenständigkeit. Die Anbindung an den öffentlichen Weg vollendet das Gefüge eines lebendigen Quartiers.
Esprit du lieu
Der Neubau versteht sich als leise Referenz an die historischen Walserhäuser. Er übernimmt ihre Haltung, nicht ihre Form, und übersetzt sie zeitgemäss. Gebaut aus dem Vorhandenen, mit Sorgfalt und Kostenbewusstsein, entsteht eine ruhige Präsenz. Die Schindelfassade stiftet Identität und trägt lokale Werte weiter und fügt sich selbstverständlich ins Dorfgefüge ein.
Beauté
Massivholz, Stampflehmböden und Lehmputze formen einen Ort der Selbstverständlichkeit. Harmonisches Zusammenspiel von natürlichen Materialien, zurückhaltende Farben und eine klare räumliche Ordnung schaffen Ruhe und Orientierung. Die Architektur öffnet den Blick in alle Himmelsrichtungen und verbindet Mensch, Alltag und Berglandschaft zu einem stillen Ganzen.
Caractéristiques
Lieu
Sedrun, Tujetsch
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Habitat
Type de tâche
Nouvelle construction
Type de procédure
Concours
Type de concours
Concours sur invitation
Coût de construction en CHF (SIA 416)
5.2 Mio BKP 2
Surface de plancher en m² (SIA 416)
1'590 m²
Planification
2022 → 2025
Réalisation
2024 → 2025
Année de mise en service
2025
Soumissionnaire(s) | Intervenants
Maître d'ouvrage
Directions des travaux
Directions des travaux
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Conception électrique
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Construction bois
Génie et planification de l'environnement