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Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon
Copyright: A. Pfister
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N° DE SOUMISSION: 206
In Babylon sind diese Gärten auf Terrassen, im Flachland angelegt worden. Unsere aussichtsreichen, gut besonnten Hanglagen bieten einfachere Voraussetzungen. Seit ewigen Zeiten versucht der Mensch im steilen Gelände der Erosion Einhalt zu gebieten und ebene Bereiche für die Kultivierung zu schaffen. Für eine Terrassierung in traditioneller Ausführung fehlt heute Material und Zeit. Schottergärten und Bodendecker sind die Folgen, die zu einer Verarmung unseres Siedlungsraumes führen.

Als Versuchsanlage ist eine kleinmassstäbliche Stahlkonstruktion mit einem minimalen Fundament als Gehweg entstanden (Fotos). Die Ausführung ist aufwendig, die Anlage zu eng und die Hochbeete sind zu niedrig. Für das entsprechende Projekt im grösseren Massstab sind folgende Zielsetzungen festgelegt worden:

- Reduktion der Arbeitsschritte u. Anzahl Elemente
- Mehrfachfunktion der Bauteile
- Anpassungsfähigkeit der Elemente

Aus diesen Bedingungen ist ein vielseitig verwendbares Element entstanden.
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon – 2. Erschliessung Hochbeete – A. Pfister
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon – 3. Lasche Bögen – A. Pfister
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon – 4. Netz Aussaat – A. Pfister
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon – 5. Frostschutz – A. Pfister
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon – 7. Bewässerung Endverschluss – A. Pfister
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon – 1. Freie Form klein – A. Pfister
Die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon – 6. Bewässerung ab Regenwasserfalle klein.jpg – A. Pfister
Copyright général des photographies: A. Pfister
Copyright général des plans / schémas / graphiques: A. Pfister
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Vereinfachte Abläufe mit einem Angebot an kreativen Möglichkeiten wecken Neugier und machen Freude. Das sind Triebfedern für eine aktivere Auseinandersetzung mit den zahlreichen schönen, aber steilen Hanglagen. Eine gezielte Förderung vermag aus Stiefkindern der Landschaftsplanung hängende Gärten zu schaffen.
Fonctionnalité
Die Übernahme handelsüblicher Bauteile (vorfabrizierte Treppenstufen) und der Vergleich mit einer ähnlichen Tätigkeit (Küchenarbeit), gewährleisten ergonomisch optimierte Bewegungsabläufe. Die leistungsgerechte Verwendung der Materialien sorgt für Sicherheit und Effizienz.
Environnement
Alte Rohre oder Lüftungskanäle reduzieren den Betonanteil in den für die Erschliessung verbreiterten Fundamenten. Die Verwendung von Recycling - Pumpbeton reduziert den CO2 - Anteil. Der Verzicht auf giftigen Pflanzenschutz und die Nutzung von Regenwasser ermöglichen biologische Kulturen für gesunde Lebensmittel. Selbstversorgung und Abfallverwertung (Kompost) sparen Ressourcen. Es kann ein besseres Verständnis für lokale und saisonale Zusammenhänge entstehen.
Économie
Verlangte Konzepte müssen die Finanzierung der Gartenanlagen sicherstellen. Die dafür notwendigen Beträge dürfen nicht mehr für den Ausgleich von Mehrkosten vorangehender Arbeitsschritte eingesetzt werden. Der gute Umgang mit der Landschaft im immer dichter werdenden Siedlungsgebiet ist eine Voraussetzung für die hohe Lebensqualität. Dadurch entstehen Mehrwerte für Wohn- und Arbeitsorte. Die entsprechenden Investitionen sind langlebig und unterhaltsarm.
Diversité
Die hohe Beweglichkeit der Planungsgrundlagen ergeben eine grosse Gestaltungs- und Nutzungsfreiheit. Im öffentlichen Bereich ist eine Mitwirkung erwünscht. Gemeinschaftliche Anlagen schaffen soziale Netzwerke.
Contexte
Neben der Kultivierung steiler Hanglagen ist ein Wechselspiel mit naturbelassenen Bereichen anzustreben. Auch dort ist eine Erschliessung für die Pflege notwendig. Vorhandene Pflanzen werden integriert und mit einheimischen ergänzt. Reduzierte Eingriffe bestimmen ein suffizientes Konzept. Trampelpfade und natürliche Stufen führen zu den Aufgaben, wie der Kampf gegen invasive Neophyten. Steinhaufen und Astschnitt werden zum Wohn- und Fluchtort für Tiere. Eigenleistungen schaffen Identifikation.
Esprit du lieu
Aus mühsamer PFLICHT entsteht FREUDE an Gestaltung
Beauté
Die filigrane Konstruktion folgt der Topografie und erscheint mit der angezeigten Zurückhaltung. Die Farbe der Stützbleche und Bogen aus Rohstahl, wie auch die Holzteile passen sich in kurzer Zeit der Umgebung an. Blütenpflanzen setzen schöne Akzente.
Caractéristiques
Lieu
Magnolienweg 18, 6353 Weggis
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Habitat
Type de tâche
Autre
Type de procédure
Mandat direct
Coût de construction en CHF (SIA 416)
Surface de plancher en m² (SIA 416)
Planification
2023 → 2025
Réalisation
Année de mise en service
Soumissionnaire(s) | Intervenants
Architecture du paysage
Alfred Pfister Dipl. Arch. ETH. SIA
Architecture du paysage
Alfred Pfister Dipl. Arch. ETH.SIA.SWB