...
Hobelwerk, Haus D

Copyright: Peter Tillessen
Das Projekt Hobelwerk, Haus D (Winterthur, 2023) der Baugenossenschaft «mehr als Wohnen» realisiert einen sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Lebensraum im Sinne der 2000-Watt-Gesellschaft. Der radikale Holzbau erreicht Erstellungsemissionen von 7,4 kg/m²a und liegt damit rund 20 % unter dem SIA-2040-Richtwert. Durch den Verzicht auf Untergeschosse und minimale Fundamente konnte der Betonverbrauch und die graue Energie stark reduziert werden.
Ein zentrales Thema ist die Kreislaufwirtschaft: Im Rahmen eines BFE-Forschungsprojekts wurde die Integration von Re-Use-Bauteilen nach dem Ansatz «Re-Use ohne Sonderstatus» erprobt. Insgesamt wurden 22 gebrauchte Bauteile eingebaut, wodurch rund 34 t CO₂-Äquivalente eingespart wurden. Die modulare Konstruktion folgt konsequent dem Prinzip Design for Disassembly, etwa durch einen leimfreien Bodenaufbau, und ermöglicht eine spätere Wiederverwendung des Gebäudes.
Haus D fördert soziale Durchmischung und Suffizienz. Es umfasst sechs Clusterwohnungen in den Obergeschossen sowie acht 3,60 m hohe Wohnateliers im Erdgeschoss, die Wohnen und Arbeiten verbinden. Als Kostenmietbau bietet es bezahlbaren Wohnraum bei einem Wohnflächenbedarf von 30,1 m² pro Person (rund 35 % unter dem Schweizer Durchschnitt). Partizipative Workshops ermöglichen den Bewohnenden die Mitgestaltung der Gemeinschaftsräume.
Architektonisch ist der Bau auf funktionale Anforderungen reduziert, mit sichtbarer, roher Materialität. Die Heterogenität von neuen und wiederverwendeten Bauteilen wird durch einen einheitlichen weissen Anstrich zusammengeführt: Aus der Distanz erscheint ein homogener Neubau, aus der Nähe ein vielschichtiges Materialbild.
Ein zentrales Thema ist die Kreislaufwirtschaft: Im Rahmen eines BFE-Forschungsprojekts wurde die Integration von Re-Use-Bauteilen nach dem Ansatz «Re-Use ohne Sonderstatus» erprobt. Insgesamt wurden 22 gebrauchte Bauteile eingebaut, wodurch rund 34 t CO₂-Äquivalente eingespart wurden. Die modulare Konstruktion folgt konsequent dem Prinzip Design for Disassembly, etwa durch einen leimfreien Bodenaufbau, und ermöglicht eine spätere Wiederverwendung des Gebäudes.
Haus D fördert soziale Durchmischung und Suffizienz. Es umfasst sechs Clusterwohnungen in den Obergeschossen sowie acht 3,60 m hohe Wohnateliers im Erdgeschoss, die Wohnen und Arbeiten verbinden. Als Kostenmietbau bietet es bezahlbaren Wohnraum bei einem Wohnflächenbedarf von 30,1 m² pro Person (rund 35 % unter dem Schweizer Durchschnitt). Partizipative Workshops ermöglichen den Bewohnenden die Mitgestaltung der Gemeinschaftsräume.
Architektonisch ist der Bau auf funktionale Anforderungen reduziert, mit sichtbarer, roher Materialität. Die Heterogenität von neuen und wiederverwendeten Bauteilen wird durch einen einheitlichen weissen Anstrich zusammengeführt: Aus der Distanz erscheint ein homogener Neubau, aus der Nähe ein vielschichtiges Materialbild.












Copyright général des photographies: Peter Tillessen












Copyright général des plans / schémas / graphiques: Pascal Flammer Architekten / Entscheidungsweg + Herkunft Bauteile © von Baubüro in situ
Copyright: Die Schweizer Architekturpreise 2024 – Jurypreis «Der beste Neubau»
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Die Baugenossenschaft «mehr als Wohnen» setzt auf qualitätsorientierte, interdisziplinäre Prozesse. Die Umsetzung wurde wissenschaftlich durch ein BFE-Forschungsprojekt zu Netto-Null begleitet. Barrierefreier Wohnraum und Partizipationsworkshops stärken die Mitwirkung der Bewohnenden. Ein Industriekamin und zwei ehemalige Werkhallen des Hobelwerks wurden in das Areal integriert.
Fonctionnalité
Der Bau ist konsequent auf Flexibilität ausgelegt und ermöglicht mit Clusterwohnungen und Wohnateliers gemischte Nutzungen. Die Konstruktion ist funktional auf pragmatische Anforderungen reduziert. Design for Disassembly, etwa durch den leimfreien Bodenaufbau, sichert Langlebigkeit und Wiederverwendbarkeit. Auf einen Ausbau wurde zugunsten eines Edelrohbaus verzichtet.
Environnement
Der radikale Holzbau reduziert Treibhausgase deutlich: Mit 7,4 kg/m²a liegen die Emissionen rund 20 % unter SIA 2040. Durch Re-Use ohne Sonderstatus und 22 wiederverwendete Bauteile wurden 34 t CO₂ eingespart. Suffizienz (30,1 m²/PP), der Verzicht auf Untergeschosse sowie Schwammstadt-Elemente und Dachbegrünung senken den Ressourcenaufwand und fördern die Klimaanpassung.
Économie
Hohe Baukultur wird durch langfristige Investitionen und Kostenmiete gesichert, um bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen. Der Ansatz Re-Use ohne Sonderstatus gewährleistet die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Wiederverwendung. Die reduzierte, modulare Bauweise mit absentem Innenausbau steigert die Effizienz und fördert Sparsamkeit in Bau und Betrieb.
Diversité
Das Projekt stärkt soziale Inklusion und Durchmischung durch die Kombination von Wohnen, Gewerbe und Kultur. Clusterwohnungen mit unterschiedlichen Zimmertypen berücksichtigen verschiedene Bedürfnisse und Budgets. Vielfältige Allmendflächen und Gemeinschaftsräume fördern soziale Interaktion und den Zusammenhalt.
Contexte
Die Gestaltung steht im Dialog mit dem Umfeld. Vier Fassaden reagieren eigenständig auf funktionale und energetische Anforderungen, etwa mit einer stark verglasten Südfassade und reduzierten Öffnungen im Norden. Lokale Re-Use-Materialien binden unterschiedliche Orte ein. Die «Weisse Heterogenität» schafft Kohärenz und Bezug zum ehemaligen Industrieareal mit Kamin, Gleisen und Werkhallen.
Esprit du lieu
Der Genius Loci entsteht aus der starken Ortsverbundenheit und dem Anspruch eines nachhaltigen Lebensraums. Die akzeptierte Bauteil-Heterogenität und ihre Vereinheitlichung durch weisse Farbe prägen eine eigenständige Identität. Aufgeweichte Gebäudegrenzen an der Südfassade fördern Teilhabe, Orientierung und Zugehörigkeit der Bewohnenden zur Gesamtanlage.
Beauté
Schönheit entsteht aus der ehrlichen Konstruktion und der rohen Materialität. Nicht exakt abgestimmte Bauteile prägen das Gebäude und betonen die Offenheit des sozialen Raums. Der Verzicht auf dekorative Innenverkleidungen spart Ressourcen. Die weisse Homogenisierung verbindet unterschiedliche Bauteile zu einem stimmigen Gesamtbild und stellt kulturelle Werte über Profit.
Caractéristiques
Lieu
Hobelwerkweg 45, 8404 Winterthur
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Habitat
Type de tâche
Nouvelle construction
Type de procédure
Concours
Type de concours
Concours sur invitation
Coût de construction en CHF (SIA 416)
8.4 mio
Surface de plancher en m² (SIA 416)
2'337
Planification
2017 → 2023
Réalisation
2022 → 2024
Année de mise en service
2024
Soumissionnaire(s) | Intervenants
Maître d'ouvrage
Architecture du paysage
Directions des travaux
Génie civil
Génie civil
Autre
Autre
Construction bois