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Verkehrsstützpunkt Chur

Copyright: Foto: Ingo Rasp
Dieses Projekt ist das Resultat einer konsequent umgesetzten Strategie zur nachhaltigen Bauweise. Es ist erstens geprägt durch den Mut des Bauherrn neue Wege zu beschreiten. Es ist zweitens geprägt durch die Neugier und Offenheit der Architekten, dem Wesen der Nachhaltigkeit auf den Grund zu gehen. Es ist drittens geprägt durch die interdisziplinäre Teamarbeit zwischen den Architekten und den Fachplanern und deren geteilte Ambition, bisherige Denkweisen zu hinterfragen, um weiterzukommen. Grundlage der interdisziplinären Arbeit ist das gegenseitige Verständnis. Der Neubau zeigt, wie Suffizienz Hand in Hand mit Baukultur gehen kann und dieser sogar eine zusätzliche Dimension zu geben vermag.
Das Gebäude erfüllt die Versprechen an die Funktionalität voll. Dabei wird diese in ihren sämtlichen Dimensionen verstanden: Arbeitsabläufe, Wohlbefinden, Unterhalt, Zukunftsfähigkeit und auch die Qualität der Architektur selbst. Dieser Bau ist einer der ersten Netto-Null-Bauten der Schweiz und vermag dadurch neue Standards zu setzen.
Der Anspruch, Nachhaltigkeit in einem Pilotprojekt umzusetzen, erforderte das Hinterfragen geltender Normen, denn diese standen teils dem Suffizienzgedanken entgegen. Die Entwicklung erforderte viele, aber wertvolle Iterationen. Berechnungen und Bilanzen mussten immer wieder aufs Neue gerechnet, besprochen und angepasst werden. Durch iterative Planung und Nutzungsvereinbarungen entstanden tragfähige Lösungen, die zeigen: Nachhaltiges Bauen braucht Mut zu neuen Strategien. Die Tiefgarage hat beispielsweise keine Bodenplatte aus Beton.
Im Planungsprozess war nicht immer klar, ob die Vorgaben erfüllt werden können. Fragen, zum Beispiel hinsichtlich des Trittschalls oder der Dichtigkeitsklassen, wurden mit der Bauherrschaft durch Nutzungsvereinbarungen geregelt. Am Schluss ist es nicht eine einzelne Massnahme für sich, sondern das Zusammenwirken vieler verschiedener Massnahmen, welche den Bau zu einem Leuchtturmprojekt machen.
Das Gebäude erfüllt die Versprechen an die Funktionalität voll. Dabei wird diese in ihren sämtlichen Dimensionen verstanden: Arbeitsabläufe, Wohlbefinden, Unterhalt, Zukunftsfähigkeit und auch die Qualität der Architektur selbst. Dieser Bau ist einer der ersten Netto-Null-Bauten der Schweiz und vermag dadurch neue Standards zu setzen.
Der Anspruch, Nachhaltigkeit in einem Pilotprojekt umzusetzen, erforderte das Hinterfragen geltender Normen, denn diese standen teils dem Suffizienzgedanken entgegen. Die Entwicklung erforderte viele, aber wertvolle Iterationen. Berechnungen und Bilanzen mussten immer wieder aufs Neue gerechnet, besprochen und angepasst werden. Durch iterative Planung und Nutzungsvereinbarungen entstanden tragfähige Lösungen, die zeigen: Nachhaltiges Bauen braucht Mut zu neuen Strategien. Die Tiefgarage hat beispielsweise keine Bodenplatte aus Beton.
Im Planungsprozess war nicht immer klar, ob die Vorgaben erfüllt werden können. Fragen, zum Beispiel hinsichtlich des Trittschalls oder der Dichtigkeitsklassen, wurden mit der Bauherrschaft durch Nutzungsvereinbarungen geregelt. Am Schluss ist es nicht eine einzelne Massnahme für sich, sondern das Zusammenwirken vieler verschiedener Massnahmen, welche den Bau zu einem Leuchtturmprojekt machen.












Copyright général des photographies: Ingo Rasp












Copyright général des plans / schémas / graphiques: COMAMALA ISMAIL
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Der Kanton Graubünden ist als öffentliche Bauherrschaft der Öffentlichkeit verpflichtet. Er ist sich seiner Vorbildfunktion bewusst und nimmt diese Verantwortung war. Dazu gehört auch das Fördern und Umsetzen einer hohen Baukultur.
Die interdisziplinäre Arbeit im Fachplanerteam war bereits von Beginn an im Wettbewerb die oberste Prämisse und Grundlage, um die Vorgaben an ein nachhaltiges Leuchtturmprojekt erfüllen zu können.
Die interdisziplinäre Arbeit im Fachplanerteam war bereits von Beginn an im Wettbewerb die oberste Prämisse und Grundlage, um die Vorgaben an ein nachhaltiges Leuchtturmprojekt erfüllen zu können.
Fonctionnalité
Der Bau wurde zu Beginn weg mit Einbezug der Nutzenden geplant. Die Funktionalität war dabei stets im Zentrum der Überlegungen. Die Rückmeldungen von den Nutzenden bestätigen, dass die Vorgaben vollständig erfüllt werden.
Im Zuge der nachhaltigen Entwicklung wurde auch der Aspekt der Wandelbarkeit der Nutzung über die gesamte Lebensdauer des Baus berücksichtigt. Abgesehen von zwei zentralen Kernen in der Gebäudemitte und den Stützen in der Fassade, hat es keine tragenden Elemente.
Im Zuge der nachhaltigen Entwicklung wurde auch der Aspekt der Wandelbarkeit der Nutzung über die gesamte Lebensdauer des Baus berücksichtigt. Abgesehen von zwei zentralen Kernen in der Gebäudemitte und den Stützen in der Fassade, hat es keine tragenden Elemente.
Environnement
Die Suffizienz war unser roter Faden. Wir haben die graue nicht-erneuerbare Energie reduziert, um einen Netto-Null-Bau zu realisieren.
Der Beton aus dem vorhandenen Rheinschotter wurde minimiert und eingesetzt, wo er mehrere Funktionen erfüllt. Nichttragende Wände aus ungebrannten Lehmsteinen, sorgen für sommerlichen Wärmeschutz und gutes Raumklima.
Offene Installationen, der Verzicht auf Verkleidungen und eine Trennung von Struktur und Ausbau gewährleisten Zugänglichkeit und Rückbaubarkeit.
Der Beton aus dem vorhandenen Rheinschotter wurde minimiert und eingesetzt, wo er mehrere Funktionen erfüllt. Nichttragende Wände aus ungebrannten Lehmsteinen, sorgen für sommerlichen Wärmeschutz und gutes Raumklima.
Offene Installationen, der Verzicht auf Verkleidungen und eine Trennung von Struktur und Ausbau gewährleisten Zugänglichkeit und Rückbaubarkeit.
Économie
Die Grundrisse sind frei und die Zirkulationsflächen minim. Diesen Kriterien liegt ein intensiver kreativer Prozess zugrunde. Die hohe Baukultur ist das Resultat dieses Prozesses. Er hat seinen Preis, ist jedoch die Voraussetzung, die zum Bau notwendigen Ressourcen möglichst sparsam einzusetzen.
Insofern erfüllt dieses Projekt die Anforderungen einer hohen Baukultur in Bezug auf das Kriterium Wirtschaft in sehr hohem Masse.
Insofern erfüllt dieses Projekt die Anforderungen einer hohen Baukultur in Bezug auf das Kriterium Wirtschaft in sehr hohem Masse.
Diversité
Als Verkehrsstützpunkt ist der Standort insbesondere nach funktionalen Kriterien ausgesucht worden. Dieser Standort wurde gleichwohl in partizipativen und demokratischen Prozessen ausgesucht und legitimiert.
Der Ort ist sowohl ein Arbeitsort für Kantonsangestellte als auch ein Dienstleistungsangebot für die gesamte Bevölkerung. Im Sinne der Inklusion wurde bei der Planung auf die Bedürfnisse von unterschiedlichen Menschen besonders geachtet.
Der Ort ist sowohl ein Arbeitsort für Kantonsangestellte als auch ein Dienstleistungsangebot für die gesamte Bevölkerung. Im Sinne der Inklusion wurde bei der Planung auf die Bedürfnisse von unterschiedlichen Menschen besonders geachtet.
Contexte
Der Verkehrsstützpunkt liegt sich auf einer von stark befahrenen Strassen isolierten Insel an der Autobahnausfahrt Chur Süd. Zusammen mit dem Werkhof bildet der Ort nun eine neue Symmetrie mit Eingangstor zum Quartier Rossboden.
Der "Leuchtturm" setzt ein klares Signal, strukturiert das Quartier und gibt dem Standort mit dem freistehenden und exponierten Punktbau einen Landmark. Er steht in einem privilegierten Dialog mit der Umgebung und gibt dieser eine neue und einzigartige Identität.
Der "Leuchtturm" setzt ein klares Signal, strukturiert das Quartier und gibt dem Standort mit dem freistehenden und exponierten Punktbau einen Landmark. Er steht in einem privilegierten Dialog mit der Umgebung und gibt dieser eine neue und einzigartige Identität.
Esprit du lieu
Der Ort könnte in jeder beliebigen Gemeinde in der Schweiz stehen und ist im Prinzip austauschbar. Die weitere Umgebung inmitten der Bündner Berge ist zweifellos charakteristisch.
Der Bau reagiert auf diese spezifische Umgebung durch seine Form, Setzung und Gestaltung. Er vermittelt durch die Fassade aus Photovoltaikmodulen auch die Botschaft der Nachhaltigkeit. Damit die graue nicht erneuerbare Energie aus dem Bau zurückbezahlt werden kann, muss dieser jedes Jahr einen Überschuss produzieren.
Der Bau reagiert auf diese spezifische Umgebung durch seine Form, Setzung und Gestaltung. Er vermittelt durch die Fassade aus Photovoltaikmodulen auch die Botschaft der Nachhaltigkeit. Damit die graue nicht erneuerbare Energie aus dem Bau zurückbezahlt werden kann, muss dieser jedes Jahr einen Überschuss produzieren.
Beauté
Besucherinnen und Nutzer erkennen und schätzen die starke Wirkung durch sämtliche Sinne. Die natürlichen Materialien zeichnen sich durch eine hohe Haptik, angenehmen Geruch und durch gute akustische Eigenschaften aus.
Die Ästhetik der Räume, der sauber gefügten Materialien und der Proportionen bilden zusammen mit der Lichtführung ein harmonisches Ganzes. Die Lehmbausteine, die geschliffenen Betondecken und das Eichenholz ergänzen sich perfekt.
Die Ästhetik der Räume, der sauber gefügten Materialien und der Proportionen bilden zusammen mit der Lichtführung ein harmonisches Ganzes. Die Lehmbausteine, die geschliffenen Betondecken und das Eichenholz ergänzen sich perfekt.
Caractéristiques
Lieu
Chur
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Justice et police
Type de tâche
Nouvelle construction
Type de procédure
Concours
Type de concours
Concours ouvert
Coût de construction en CHF (SIA 416)
10'625'000
Surface de plancher en m² (SIA 416)
2'700
Planification
2021 → 2023
Réalisation
2022 → 2024
Année de mise en service
2024
Soumissionnaire(s) | Intervenants
Génie civil
Technique du bâtiment
Conception électrique
Physique du bâtiment
Directions des travaux