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Alterszentrum Du Lac, St. Moritz

Copyright: ARGE BGP Architekten & Mierta und Kurt Lazzarini Architekten, Roger Frei
Wo einst eines der ersten Luxushotels stand, übernimmt heute das Alterszentrum Du Lac einen gesellschaftlichen Auftrag: Wohnen und Pflegen im Alter als selbstverständlicher Teil des Quartiers. Der Neubau übersetzt die Ortsgeschichte in eine Architektur der Fürsorge, des Respekts und der Selbstbestimmung. Drei Gemeinden – St. Moritz, Sils und Silvaplana – tragen das Projekt gemeinsam.
Der polygonale Baukörper klärt eine diffuse städtebauliche Situation und formt zur Strasse hin einen neuen Platz. Das Erdgeschoss öffnet sich mit Café und Gemeinschaftsangeboten bewusst nach aussen und macht das Haus für Bewohnende wie für das Quartier zugänglich.
Die Architektur entwickelt ihre Identität aus der regionalen Baukultur, ohne diese zu reproduzieren. Die gefaltete Fassade interpretiert den Engadiner Erker neu. Jeder Wohn- und Pflegebereich erhält einen eigenen Erker mit Blick in die Berglandschaft. Der mineralische Waschputz verweist auf das alpine Gestein, während Holzoberflächen im Inneren Wärme vermitteln und an traditionelle Innenräume der Region erinnern. Zwei verglaste Lichthöfe bringen Tageslicht in die ringförmigen Erschliessungszonen und schaffen visuelle Verbindungen zwischen den Geschossen.
Konstruktiv folgt das Gebäude einer klaren Logik: einfache Tragstrukturen, nichttragende Fassaden und Trennwände, zurückhaltende Technik. Diese Grundlagen ermöglichen flexible Nutzungen – von Pflegezimmer über Wohnungen bis zu Büros – und reduzieren den Ressourcenverbrauch in Bau und Betrieb. Nachhaltigkeit wird durch Dauerhaftigkeit, Angemessenheit und Anpassungsfähigkeit geschaffen – bestätigt durch die Minergie-P-Eco-Zertifizierung.
Der polygonale Baukörper klärt eine diffuse städtebauliche Situation und formt zur Strasse hin einen neuen Platz. Das Erdgeschoss öffnet sich mit Café und Gemeinschaftsangeboten bewusst nach aussen und macht das Haus für Bewohnende wie für das Quartier zugänglich.
Die Architektur entwickelt ihre Identität aus der regionalen Baukultur, ohne diese zu reproduzieren. Die gefaltete Fassade interpretiert den Engadiner Erker neu. Jeder Wohn- und Pflegebereich erhält einen eigenen Erker mit Blick in die Berglandschaft. Der mineralische Waschputz verweist auf das alpine Gestein, während Holzoberflächen im Inneren Wärme vermitteln und an traditionelle Innenräume der Region erinnern. Zwei verglaste Lichthöfe bringen Tageslicht in die ringförmigen Erschliessungszonen und schaffen visuelle Verbindungen zwischen den Geschossen.
Konstruktiv folgt das Gebäude einer klaren Logik: einfache Tragstrukturen, nichttragende Fassaden und Trennwände, zurückhaltende Technik. Diese Grundlagen ermöglichen flexible Nutzungen – von Pflegezimmer über Wohnungen bis zu Büros – und reduzieren den Ressourcenverbrauch in Bau und Betrieb. Nachhaltigkeit wird durch Dauerhaftigkeit, Angemessenheit und Anpassungsfähigkeit geschaffen – bestätigt durch die Minergie-P-Eco-Zertifizierung.







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Copyright général des photographies: Roger Frei






Copyright général des plans / schémas / graphiques: BGP Architekten & Mierta und Kurt Lazzarini Architekten
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Das Alterszentrum Du Lac entstand aus der gemeinsamen Trägerschaft dreier Oberengadiner Gemeinden – St. Moritz, Sils und Silvaplana. Die interkommunale Zusammenarbeit schuf eine transparente Entscheidungsstruktur mit klaren Verantwortlichkeiten über Planung, Bau und Betrieb hinweg. Architektonische Qualität, betriebliche Anforderungen und öffentliche Interessen wurden von Beginn an gemeinsam verhandelt.
Fonctionnalité
Das Gebäude ist auf die Bedürfnisse der Bewohner:innen und die Abläufe des Pflegebetriebs ausgerichtet: kurze Wege, schwellenlose Übergänge und intuitive Orientierung prägen den Alltag. Ringförmige Erschliessungen vermeiden Sackgassen, erleichtern die Pflege und unterstützen Menschen bei der selbstständiges Erkunden. Zwei Innenhöfe bringen Tageslicht tief ins Gebäudeinnere. Die Trennung von Tragwerk, Hülle und Ausbau sichert langfristige Anpassungsfähigkeit an veränderte Nutzungen.
Environnement
Der Neubau ist Minergie-P-ECO zertifiziert, geht haushälterisch mit Boden um und schliesst eine bestehende Baulücke. Die kompakte Gebäudehülle, hohe Dämmqualität und der Anschluss an den Energieverbund St. Moritz Bad bilden – zusammen mit bifaszialer Photovoltaik und zurückhaltender Gebäudetechnik – die Grundlage für einen ressourcenschonenden Betrieb. Langlebige Materialien und eine klare Systemtrennung sichern die Dauerhaftigkeit über den gesamten Lebenszyklus.
Économie
Wirtschaftlichkeit wird als langfristige Nutzungsqualität verstanden – nicht als kurzfristige Kostenoptimierung. Flächeneffizienz, kompakte Bauweise und einfache Tragstrukturen bilden die Grundlage für einen sparsamen Bau. Vorfabrizierte Bauteile, reduzierte Gebäudetechnik und eine klare Systemtrennung senken Unterhalts- und Anpassungskosten. Das Gebäude bewahrt seinen Wert, weil es nutzbar bleibt – auch wenn sich Pflegekonzepte, Wohnformen oder Anforderungen verändern.
Diversité
Das Alterszentrum verbindet Pflege, altersgerechtes Wohnen und öffentliche Nutzungen zu einem offenen Gefüge. Ein Café, Gemeinschaftsräume und halböffentliche Angebote im Erdgeschoss öffnen das Haus zum Quartier. Differenzierte Aufenthaltsbereiche ermöglichen Begegnungen zwischen Bewohner:innen, Mitarbeitenden und Besucher:innen – aber auch Rückzug. Die Architektur berücksichtigt unterschiedliche Lebenssituationen und fördert ein selbstbestimmtes Miteinander über Generationen hinweg.
Contexte
Der Neubau reagiert mit seiner polygonalen Volumetrie auf die städtebaulichen und landschaftlichen Gegebenheiten von St. Moritz Bad. Er schliesst eine heterogene Baulücke, definiert strassenseitig einen neuen Dorfplatz und fügt sich hangseitig in die Topographie ein. Die gefaltete Erkerfassade interpretiert ein prägendes Motiv der regionalen Baukultur neu, ohne es zu kopieren. Der mineralische Waschputz referenziert das alpine Gestein und verankert das Gebäude in seiner Umgebung.
Esprit du lieu
Das Alterszentrum entwickelt seine Identität aus dem spezifischen Ort zwischen See, Quartier und alpiner Landschaft. Vertraute Motive – Erker, Holz, mineralische Oberflächen – werden neu interpretiert und erzeugen eine eigenständige Atmosphäre mit hoher Identifikationskraft. Die Erker rahmen individuelle Ausblicke in die Bergwelt, Holzoberflächen vermitteln Wärme und schaffen Geborgenheit.
Beauté
Die architektonische Qualität entsteht aus dem Zusammenspiel von Proportion, Rhythmus, Material und Licht. In der Fernwirkung erzeugt die gefaltete Fassade eine skulpturale Präsenz; in der Nahbetrachtung offenbaren der mineralische Waschputz handwerkliche Sorgfalt. Im Inneren schaffen Sichtbeton, Holzeinbauten und lichtdurchflutete Höfe eine sinnlich differenzierte Raumfolge. Schönheit ist hier kein Zusatz, sondern Teil des Alltags – sie unterstützt Orientierung, Wohlbefinden und Würde.
Caractéristiques
Lieu
St. Moritz
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Santé et institutions sociales
Type de tâche
Nouvelle construction
Type de procédure
Concours
Type de concours
Concours sur invitation
Coût de construction en CHF (SIA 416)
ca. 60 Mio.
Surface de plancher en m² (SIA 416)
12'600
Planification
2018 → 2024
Réalisation
→ 2024
Année de mise en service
2024
Soumissionnaire(s) | Intervenants
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