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Gesamtsanierung Hauptbahnhof Zürich Südtrakt, Zürich

Copyright: Aebi & Vincent Architekten SIA AG, Adrian Scheidegger / Alexander Jaquemet
1871 wurde der von Friedrich Wanner erbaute Bahnhof Zürich eröffnet. Die ursprüngliche Gebäudestruktur des repräsentativen, am Bahnhofplatz stehenden Südtrakts wurde durch viele Um- und Einbauten der letzten 150 Jahre grösstenteils verunklärt. Die Gebäudehülle wies grossen Sanierungsbedarf auf und die Gebäudetechnik hatte das Ende der Lebensdauer erreicht. Aebi & Vincent Architekten gewannen den 2009 ausgelobten Studienauftrag und haben das Projekt als Generalplaner und Architekt bis zur Eröffnung 2023 im Auftrag der SBB geleitet.
Das Projekt umfasst die Sanierung der Gebäudehülle, der Haustechnik und der Innenräume, den Aufbau eines neuen Dachgeschosses, die Unterkellerung der Arkade beim Ostportal und den Einbau einer neuen Gastronomieküche unterhalb der Wannerhalle.
Bei der Sanierung wurden die Raumstrukturen des einstigen Prachtbaus konsequent wiederhergestellt und ihm mit der ursprünglichen Farbigkeit seine Eleganz zurückgegeben. Teils war dies in restauratorischer Manier möglich, historische Elemente wurden wieder freigelegt und teils wurden verlorene Elemente ergänzt. Die so geschaffene Transparenz, von der Vorhalle am Bahnhofplatz über die in die Tiefe reichenden Durchgänge zur Wannerhalle mit den wieder offenen, mit Oberlichtern gedeckten Innenhöfen lässt die wahre Grösse des Südtrakts wieder erkennen.
Bei der Sanierung wurde grosser Wert auf die Verwendung historischer Materialien, die dem Südtrakt seinen Charakter verleihen, gelegt. Notwendige Ergänzungen wurden als selbstverständlicher Teil des Ganzen konzipiert. So wurden Bereiche, die Mitte des 20. Jahrhunderts vollständig entkernt wurden, räumlich wieder hergestellt, die Säulen dabei aber als erkennbare Ergänzung in Sichtbeton realisiert.
Um die wiederhergestellten offenen und strukturellen Qualitäten des Südtrakts nachhaltig zu sichern wurde ein Konzept der Nutzungsflexibilität entwickelt, welches zukünftige Mieter- und Nutzungswechsel ohne relevante Eingriffe in die historische Substanz erlaubt
Das Projekt umfasst die Sanierung der Gebäudehülle, der Haustechnik und der Innenräume, den Aufbau eines neuen Dachgeschosses, die Unterkellerung der Arkade beim Ostportal und den Einbau einer neuen Gastronomieküche unterhalb der Wannerhalle.
Bei der Sanierung wurden die Raumstrukturen des einstigen Prachtbaus konsequent wiederhergestellt und ihm mit der ursprünglichen Farbigkeit seine Eleganz zurückgegeben. Teils war dies in restauratorischer Manier möglich, historische Elemente wurden wieder freigelegt und teils wurden verlorene Elemente ergänzt. Die so geschaffene Transparenz, von der Vorhalle am Bahnhofplatz über die in die Tiefe reichenden Durchgänge zur Wannerhalle mit den wieder offenen, mit Oberlichtern gedeckten Innenhöfen lässt die wahre Grösse des Südtrakts wieder erkennen.
Bei der Sanierung wurde grosser Wert auf die Verwendung historischer Materialien, die dem Südtrakt seinen Charakter verleihen, gelegt. Notwendige Ergänzungen wurden als selbstverständlicher Teil des Ganzen konzipiert. So wurden Bereiche, die Mitte des 20. Jahrhunderts vollständig entkernt wurden, räumlich wieder hergestellt, die Säulen dabei aber als erkennbare Ergänzung in Sichtbeton realisiert.
Um die wiederhergestellten offenen und strukturellen Qualitäten des Südtrakts nachhaltig zu sichern wurde ein Konzept der Nutzungsflexibilität entwickelt, welches zukünftige Mieter- und Nutzungswechsel ohne relevante Eingriffe in die historische Substanz erlaubt












Copyright generale delle foto: Adrian Scheidegger / Alexander Jaquemet









Copyright generale delle progetti / schemi / grafici: Aebi & Vincent Architekten SIA AG
Testi Criteri Davos
Governance
Das Projekt wurde über die 14-jährige Projektdauer von Beginn an von einem über 50-köpfigen Interdisziplinären Team aus Planern, Spezialisten und Restauratoren bearbeitet. Behörden und Interessensgruppen wurden ab der ersten Projektphase aktiv einbezogen. Trotz des üblichen Termin- und Kostendrucks konnte zwischen dem Generalplanerteam, der Bauherrschaft und den Behörden ein kollegialer und jederzeit zielorientierter Umgang und eine transparente Kommunikation nach Aussen etabliert werden.
Funzionalità
Zentraler Projektbestandteil ist die Ertüchtigung des Baudenkmals zur Sicherstellung der aktuellen Sicherheitsvorschriften, barrierefreier Erschliessung und Nutzung, zeitgemässer Gebäudetechnik und angemessenem Komfort. Mit einem umfassenden Konzept der Nutzungsflexibilität wurde mit zielgerichteten Vorinvestitionen sichergestellt, dass das Gebäude an zukünftig ändernde Nutzungsbedürfnisse angepasst werden kann, ohne relevante Eingriffe in die Gebäudestruktur vorzunehmen.
Ambiente
Der Devise folgend "das Machbare und Verhältnismässige umsetzen, ohne das historische Denkmal zu überfordern" wurden Energieverluste durch die Gebäudehüllensanierung minimiert und durch den Einsatz erneuerbarer Energien und energieeffizienter Haustechnik die CO2-Emmisionen markant reduziert. Relevanter Aspekt der Nachhaltigkeit ist aber auch der möglichst umfassende Erhalt bestehender Substanz (Grauenergie) mit Zuführung einer zeitgemässen und für zukünftige Mieterwechsel flexiblen Nutzbarkeit.
Economia
Zentral im Umbaukonzept ist die Schaffung einer zukünftige Flexibilität der Nutzungen. In Abhängigkeit der Nachfrage können Mieteinheiten angepasst und von 30 bis über 1'000 m2 angeboten werden. Selbst Wechsel zwischen Retail und Gastronutzungen sind ohne Nachinstallationen möglich. Diese Flexibilität schafft aufgrund der Reaktionsmöglichkeit auf zukünftige Bedürfnisse mit wenigen, aber gezielten zusätzlichen Investitionskosten einen nachhaltigen und grossen wirtschaftlichen Mehrwert
Diversità
Der Südtrakt ist als ältester Teil des Zürcher Hauptbahnhofs neben seiner Funktion als bedeutendster Verkehrsknotenpunkt der Schweiz als überkommunal geschütztes Bauwerk und als Endpunkt der Bahnhofstrasse ein Ort der Identifikation für die Zürcher Bevölkerung. Mit dem Umbau wurden zentrale Aufenthaltsorte geschaffen, die auch aus der Stadt heraus als Treffpunkt der Bevölkerung anziehend sind und einen vielfältigen Austausch zwischen Reisenden, Berufspendelnden und Ansässigen ermöglichen.
Contesto
Der Ansatz, in zeitgemässem architektonischem Ausdruck die ursprüngliche Dimension, Farbigkeit und Materialität des Bauwerks wieder herzustellen, war zentral. Bereiche, die vollständig entkernt waren, wurden räumlich und strukturell wiederhergestellt. Das sorgfältige Studium von Zeitzeugnissen und Bestandsdokumenten, sowie ausführliche Sondagen an den historischen Oberflächen und Konstruktionen waren notwendig um ergänzende Eingriffe als selbstverständlichen Teil des Ganzen zu konzipieren.
Genius loci
Der Südtrakt wird als bedeutendes und identitätsstiftendes Element des Hauptbahnhofs und der Stadt Zürich wieder gestärkt. Seine ursprüngliche Erscheinung wird nach dem gestalterischen Ansatz von 1871 in zeitgemässem Ausdruck wiederhergestellt, erhält aber durch die Sanierung eine zeitgemässe, flexible Nutzbarkeit und aufgrund der Freilegung historischer Materialien im Kontext mit sorgfältig geplanten Ergänzungen eine wertige Erscheinung mit hoher Aufenthaltsqualität.
Bellezza
«Schönheit» gestalten ist ein subjektiver Prozess.
Das Hervorarbeiten verlorener Schönheit und die Stärkung dieser durch den Kontext von zeitgemässen, wertigen und begründbaren Ergänzungen war zentrale Gestaltungsmotivation. Das Ergebnis, eine neue alte offene und (räumlich) grosszügige Ästhetik des sanierten Baudenkmals, ist jetzt wahrnehmbar und vor Ort ganz objektiv spürbar.
Das Hervorarbeiten verlorener Schönheit und die Stärkung dieser durch den Kontext von zeitgemässen, wertigen und begründbaren Ergänzungen war zentrale Gestaltungsmotivation. Das Ergebnis, eine neue alte offene und (räumlich) grosszügige Ästhetik des sanierten Baudenkmals, ist jetzt wahrnehmbar und vor Ort ganz objektiv spürbar.
Caratteristiche
Luogo
Bahnhofplatz 15, 8001 Zürich
Categoria di costruzione (SIA 102)
Ospitalità e turismo
Tipo di incarico
Risanamento
Tipo di procedura
Concorsi
Forma di messa in concorrenza
Procedura selettiva
Costi di costruzione in CHF (SIA 416)
165 Mio. (1. und 2. Etappe)
Superficie di piano in m² (SIA 416)
22'175 m2
Progettazione
2012 → 2023
Realizzazione
2020 → 2023
Anno di messa in servizio
2023
Concorrente/i | Partecipanti
Committente
Ingegneria civile
Tecnica degli edifici
Direzioni dei lavori
Fisica dell’edificio
Altro
Progettazione illuminotecnica
Progettazione della facciata
Segnaletica