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Holz-Hybrid-Hochhaus H1, Zwhatt Areal

Copyright: Kuster Frey
Das Holzhybridhochhaus H1 im klimabewussten neuen Stadtquartier Zwhatt nördlich von Zürich vereint den weitgehenden Einsatz regenerativer Materialien mit einer ausdrucksstarken Solarfassade. Nur das Nötigste wird massiv gebaut – Fundament, Sockel und Treppenhaus – und dank der Leichtigkeit des Holzbaus so schlank wie möglich dimensioniert. Drei gewerblich genutzte Sockelgeschosse mit ikonischer Arkade und vorgefertigter Lehmelement-Fassade tragen einen prägnanten «Tisch», auf dem der 21-geschossige Holzhybridbau steht. Seine Stützen aus Schweizer Stabbuche bilden ein Raster für optimierte Holz-Beton-Verbundrippendecken: Stabbuche-Rippen übernehmen die Zug-, schubsteif verbundene dünne Betonplatten die Druckkräfte. Da der Holzbau rund ein Drittel weniger wiegt als ein vergleichbares Gebäude in konventioneller Bauweise und entsprechend auch weniger Beton für die Fundation benötigt, entfallen insgesamt etwa 4'200 Tonnen Beton. Dies spart rund 575 Tonnen CO2 im Lebenszyklus des Hauses ein, im Holz sind 1’500 Tonnen CO2 eingelagert.
Allseitig horizontale Photovoltaikmodule machen die Fassade unverwechselbar. Sie fangen mit ihren bifazialen Zellen das direkte Sonnenlicht sowie die Reflexion der darunterliegenden Module ein und decken so knapp die Hälfte des Strombedarfs. Zugleich spenden sie den Wohnungen als Brise Soleil Schatten.
Das Ausschöpfen des Tragwerkpotentials erzeugt räumliche Vielfalt, alle Wände können auf den Stützenachsen flexibel angeordnet werden, so entstehen ganz unterschiedliche Wohnungen, die sich zukünftig veränderten Bedürfnissen anpassen können. In der Mitte des Gebäudes bietet ein zweigeschossiger Gemeinschaftsraum mit Lehmboden einen unkomplizierten Begegnungsort. Die Konstruktion bleibt unverkleidet sichtbar und charakterisiert die 156 Wohnungen.
Allseitig horizontale Photovoltaikmodule machen die Fassade unverwechselbar. Sie fangen mit ihren bifazialen Zellen das direkte Sonnenlicht sowie die Reflexion der darunterliegenden Module ein und decken so knapp die Hälfte des Strombedarfs. Zugleich spenden sie den Wohnungen als Brise Soleil Schatten.
Das Ausschöpfen des Tragwerkpotentials erzeugt räumliche Vielfalt, alle Wände können auf den Stützenachsen flexibel angeordnet werden, so entstehen ganz unterschiedliche Wohnungen, die sich zukünftig veränderten Bedürfnissen anpassen können. In der Mitte des Gebäudes bietet ein zweigeschossiger Gemeinschaftsraum mit Lehmboden einen unkomplizierten Begegnungsort. Die Konstruktion bleibt unverkleidet sichtbar und charakterisiert die 156 Wohnungen.





















Copyright generale delle progetti / schemi / grafici: Boltshauser Architekten
Copyright: Benjamin Weiss
Testi Criteri Davos
Governance
Die Bauträgerschaft hat das neue Stadtquartier Zwhatt unter der Prämisse ganzheitlicher Nachhaltigkeitskriterien in professionellem Verfahren und unter Einbezug einer Vielzahl von Akteuren entwickelt. Einige Bauten wurden erhalten, der neue Stadtbaustein sorgfältig mit bestehenden Strukturen und Landschaften verwoben. Die Bevölkerung wurde einbezogen und stets transparent und laienverständlich über den Stand der Dinge informiert (aufwändige Homepage zwhatt.ch).
Funzionalità
Die robuste Struktur aus massivem Kern und einem neutralen Raster aus massiven Stabbuchestützen sowie von Wänden befreite Räume im massiven Sockel lassen zukünftig veränderte Ausbauten zu und ermöglichen schon heute grosse Varianz in den Wohnungsgrundrissen mit resultierender Vielfalt für die Menschen, die darin leben, da die Trennwände auf dem Raster der Deckenrippen frei angeordnet werden können. Dazwischen haben die Räume eine Überhöhe von 2.70m.
Ambiente
Die Höhe des H1 schont Bodenreserven. Es ist modular gemäss Systemtrennung und Kreislaufwirtschaft gebaut. Sichtbar belassene Materialien mit minimaler grauer Energie (Lehm und Holz) werden so konsequent wie im Hochhaus irgend möglich eingesetzt, ergänzt von maximierter Solarnutzung. Die Umgebung ist als Schwammstadt konzipiert, 300 Bäume werden gepflanzt. Neben dem direkten S-Bahn-Anschluss motiviert ein Mobilitätskonzept, ohne Auto auszukommen (z.B. Guthaben für ÖV-Abo / Car-Sharing).
Economia
Das neue Quartier bedeutet eine starke Aufwertung mit Ausstrahlung auf die Region. Die langlebige Struktur des H1aus den weitgehend lokalen CO2-neutralen Ressourcen Holz und Lehm, nur in den unumgänglichen Bereichen von Beton ergänzt, ist flexibel für Änderungen. Gebaut wurde das Haus von zumeist lokalen Unternehmungen, das Holz wurde im Jura verarbeitet und stammt aus regionalen Forstrevieren. Ein Bad pro Wohnung, zeugt von der Bereitschaft, mit Komfortansprüchen massvoll umzugehen.
Diversità
Das H1 bietet mit verschiedenen Grundrissen und Grössen Wohnraum für unterschiedliche Lebensmodelle. Die Mietpreise sind moderat, die Bauträgerschaft achtet auf faire Vergabeverfahren und legt Wert auf eine diverse Mieterschaft. Begegnungsorte wie der Waschsalon oben im Hochhaus, sowie Räume vielseitiger Nutzung im neuen Quartier (Gästezimmer, Velowerkstatt, Einkaufen, Restaurants, Praxen, Krippe, etc.) verbinden die Bewohnenden unkompliziert miteinander, unterstützt von einer Siedlung-App.
Contesto
Der neue Stadtteil entwickelt sich entlang der grünen Furttalpromenade, die ihn mit dem Waldstück Hardhölzli und dem Naherholungsgebiet Schlatt (Zwischen Hardhölzli und Schlatt – Zwhatt) sowie dem Katzensee verbindet. Im Zentrum steht das H1 am Quartierplatz, mit Sommerkino, vielen Nutzungsmöglichkeiten und unversiegelt. Gleich nebenan liegt die Zwhatt-Wiese, ein grosser, freier Grünraum. Das H1 öffnet sich mit seiner Arkade zum gemeinsamen Raum und akzentuiert das Zusammenleben räumlich.
Genius loci
Das H1 hat der Gegend rund um den S-Bahnhof Regensdorf-Watt ein unverwechselbares Gesicht gegeben. In der zuvor etwas lieblosen Umgebung stiftet es Identität, die deutlich höhere Dichte belebt das Umland, Zwhatt gibt sehr spezifische Antworten auf gesellschaftliche Fragen des Zusammenlebens und verweigert sich standardisiertem Bauen. Die Mieter:innen sind ‚stolz auf ihr Haus‘, zeigen es im Fernsehen, schätzen ihr neues Zuhause sehr und fühlen sich als Teil einer gelebten Zukunftsvision.
Bellezza
Die feingliedrige Fassade zeigt trotz der Höhe menschlichen Massstab. Fassadenelemente, Betongerüst und Lehmsockel sind in warmem Rotton abgestimmt. Anstatt seine PV-Anlage nur auf dem Dach zu verstecken, nutzt das Hochhaus seine Fernwirkung, um sie auch an der Fassade ohne Scheu zur Disposition zu stellen. Dazu verhindern die horizontalen Paneele den direkten Blick in die Tiefe, was von den Bewohnenden geschätzt wird. Der Lehmsockel wirkt haptisch; im direkten Kontakt ein Haus zum Anfassen.
Caratteristiche
Luogo
Zürich
Categoria di costruzione (SIA 102)
Edilizia abitativa
Tipo di incarico
Nuova costruzione
Tipo di procedura
Concorsi
Forma di messa in concorrenza
Procedura su invito
Costi di costruzione in CHF (SIA 416)
Superficie di piano in m² (SIA 416)
18 '380 m2
Progettazione
2019 → 2025
Realizzazione
2022 → 2025
Anno di messa in servizio
2025
Concorrente/i | Partecipanti
Committente
Gestione e pianificazione dei costi
Jaeger Baumanagement AG, Zürich Boltshauser Architekten AG, Zürich
Architettura del paesaggio
Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH, Zürich
Ingegneria civile
Ingenieurgemeinschaft B3 Kolb AG, Romanshorn (Holzbau); Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel
Tecnica degli edifici
Waldhauser + Hermann AG, Münchenstein
Arte nell’edificio e negli spazi pubblici
Atelier für Sonderaufgaben, St. Gallen
Progettazione elettrica
IBG B. Graf AG Engineering, St. Gallen
Progettazione illuminotecnica
Reflexion AG, Zürich
Ingegneria acustica
Amstein + Walthert, Zürich
Fisica dell’edificio
Amstein + Walthert, Zürich
Progettazione della facciata
Feroplan Engineering AG, Zürich
Altro
Lehmag AG, Brunnen; Keller Unternehmungen, Pfungen
Costruzione di legno
Fagus Suisse SA, Les Breuleux
Costruzione di legno
ERNE AG Holzbau, Laufenburg