...
Umbau und Erweiterung Staatsgebäude Chur

Copyright: Adrian Scheidegger / Alexander Jaquemet
Das 1877/78 erbaute Staatsgebäude an der Grabenstrasse in Chur wurde umfassend saniert und durch einen viergeschossigen Erweiterungsbau ergänzt. Als Monument des Kantons Graubünden im jungen Bundesstaat vereint es heute Geschichte, Gegenwart und Zukunft und dient als Sitz des Obergerichts.
Ziel war die behutsame Rückführung auf die ursprüngliche Raumstruktur und Ausdrucksqualität sowie die Anpassung an funktionale, technische und ökologische Anforderungen.
Der Bestand wurde von verunklärenden Eingriffen befreit. Durch den Rückbau nachträglich eingezogener Betondecken konnten der geschossübergreifende Lichthof und der zweigeschossige ehemalige Grossratssaal zurückgewonnen werden. Dieser wurde zum grossen Gerichtssaal ausgebaut, mit Oberflächen aus Kalkglätte, Eschenparkett mit Nussbaumfries sowie den historischen Glasmalereien und dem Steinbockleuchter aus dem Rätischen Museum. Neue Lifte und ein internes Treppenhaus gewährleisten hindernisfreie Erschliessung sowie einen unabhängigen, geschützten Zugang. Der kleine Gerichtssaal wurde in Materialität und Ausdruck dem grossen Saal angeglichen.
Der gartenseitige Anbau in Form einer Loggia ordnet sich in Volumen, Massstab und Dachkante dem Bestand unter und tritt zugleich als zeichenhafter Ausdruck der neuen Nutzung in Erscheinung. Brückenartige Übergänge verbinden Alt- und Neubau und inszenieren den Zwischenraum. Flexible Grundrisse, hochwertige Materialien und nachhaltige Bauweise prägen den Neubau, der den Minergie-P-ECO-Standard erfüllt und mit Photovoltaik ausgestattet ist.
Die in verwahrlostem und versiegeltem Zustand angetroffene Umgebung wurde von Autoparkplätzen befreit, neu gefasst und als Garten mit einem kleinen Pavillon wiederhergestellt. Begrünung, Bestands- und Neupflanzungen stärken die Verbindung zwischen Fontana-/ und Stadtpark. Entstanden ist ein würdiger Ort hoher baukultureller Qualität, der sich heute selbstbewusst zur Stadt hin präsentiert – mit zurückgewonnenem Stolz und bewahrter Zurückhaltung.
Ziel war die behutsame Rückführung auf die ursprüngliche Raumstruktur und Ausdrucksqualität sowie die Anpassung an funktionale, technische und ökologische Anforderungen.
Der Bestand wurde von verunklärenden Eingriffen befreit. Durch den Rückbau nachträglich eingezogener Betondecken konnten der geschossübergreifende Lichthof und der zweigeschossige ehemalige Grossratssaal zurückgewonnen werden. Dieser wurde zum grossen Gerichtssaal ausgebaut, mit Oberflächen aus Kalkglätte, Eschenparkett mit Nussbaumfries sowie den historischen Glasmalereien und dem Steinbockleuchter aus dem Rätischen Museum. Neue Lifte und ein internes Treppenhaus gewährleisten hindernisfreie Erschliessung sowie einen unabhängigen, geschützten Zugang. Der kleine Gerichtssaal wurde in Materialität und Ausdruck dem grossen Saal angeglichen.
Der gartenseitige Anbau in Form einer Loggia ordnet sich in Volumen, Massstab und Dachkante dem Bestand unter und tritt zugleich als zeichenhafter Ausdruck der neuen Nutzung in Erscheinung. Brückenartige Übergänge verbinden Alt- und Neubau und inszenieren den Zwischenraum. Flexible Grundrisse, hochwertige Materialien und nachhaltige Bauweise prägen den Neubau, der den Minergie-P-ECO-Standard erfüllt und mit Photovoltaik ausgestattet ist.
Die in verwahrlostem und versiegeltem Zustand angetroffene Umgebung wurde von Autoparkplätzen befreit, neu gefasst und als Garten mit einem kleinen Pavillon wiederhergestellt. Begrünung, Bestands- und Neupflanzungen stärken die Verbindung zwischen Fontana-/ und Stadtpark. Entstanden ist ein würdiger Ort hoher baukultureller Qualität, der sich heute selbstbewusst zur Stadt hin präsentiert – mit zurückgewonnenem Stolz und bewahrter Zurückhaltung.












Copyright général des photographies: Adrian Scheidegger / Alexander Jaquemet









Copyright général des plans / schémas / graphiques: Aebi & Vincent Architekten SIA AG
Textes Critères de Davos
Gouvernance
In einem qualitativ hochwertigen Planerwahlverfahren sowie durch die frühe Einbindung der Nutzer, der Denkmalpflege und dem Kanton als professionellen Bauherrn zeigt sich Gouvernanz. Barrierefreies und nachhaltiges Bauen sowie städtische Begrünung wurden in gemeinsamen Prozessen ebenfalls koordiniert. Durch die öffentliche Kreditgenehmigung wurde eine breite Akzeptanz gesichert.
Fonctionnalité
Funktionalität zeigt sich in Qualität, Komfort und nachhaltigen Materialien: Wiederverwendetes Holz, natürlicher Lichteinfall, harmonische Farben und Materialechtheit schaffen eine angenehme Arbeitsumgebung. Historische Bausubstanz wird erhalten und ergänzt. Sicherheit ist in der Architektur mitgedacht und zeigt sich nicht als Maßnahme, sondern als Selbstverständlichkeit.
Environnement
Durch den Einsatz von Eichenholz und Beton, die Erhaltung historischer Böden, Türen und des Dachstocks sowie die Integration zwischengelagerter Kronleuchter und Kunstmalereien wird die Umwelt berücksichtigt und Kulturgut zurückgewonnen. Schadstoffe wurden entfernt, der Neubau in Anlehnung an Minergie P mit PV-Anlage umgesetzt. Grünflächen und Bäume fördern Biodiversität und städtische Ziele.
Économie
Die historische Bausubstanz wird langfristig gesichert, indem verlorene Qualitäten des Bestandes hervorgeholt und hochwertige Materialien ressourcenschonend genutzt werden. Historische Bauteile schaffen kulturellen Mehrwert, der zentrale Standort sichert qualifizierte Arbeitsplätze. Die Räume, insbesondere des Neubaus, ermöglichen flexible Anpassungen an künftige Anforderungen und Bedürfnisse.
Diversité
Vielfalt zeigt sich in der breiten Akzeptanz im Kanton Graubünden und in den unterschiedlichen Nutzungen des Gebäudes. Trotz eingeschränkter Öffentlichkeit aufgrund der regelmässigen Verhandlungen ermöglichen Führungen, Veranstaltungen, Schulungen und Vorträge im grossen Saal eine Öffnung. Cafeteria, Garten, Grossraumbüros und Bibliothek fördern Austausch und vielfältige Nutzungsformen.
Contexte
Der zurückhaltende städtebauliche Auftritt und das behutsame In-Beziehung-Treten zum Kontext, das den Hauptbau prägt, gilt auch für den gartenseitigen Loggia-Anbau. Er ordnet sich respektvoll dem Bestand unter, passt sich Volumen, Maßstab und Dachkante an und tritt zugleich als zeitgemäße Nutzung in Erscheinung. Materialität, Gliederung und Gesimse führen den architektonischen Dialog fort.
Esprit du lieu
Genius Loci zeigt sich in der bewahrten und weiterentwickelten Atmosphäre des Ortes. Das Gebäude tritt selbstbewusst und zugleich zurückhaltend zur Stadt auf. Rückseitig ergänzt eine Loggia das Gebäude. Der vom Verkehr befreite Aussenraum bildet mit Garten und Pavillon ein Ensemble von Geschichte, Gegenwart und Zukunft – ein Ort des Respekts und der Würde.
Beauté
Schönheit entsteht durch das Zurückführen der ursprünglichen Qualitäten und das selbstverständliche Zusammenspiel von Alt und Neu. Stimmige Räume, ausgewogene Proportionen, harmonische Farben und hochwertige Materialien verbinden sich zu einer spürbaren, zeitlosen architektonischen Symbiose.
Caractéristiques
Lieu
Grabenstrasse 30, 7000 Chur
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Justice et police
Type de tâche
Agrandissement
Type de procédure
Concours
Type de concours
Concours ouvert
Coût de construction en CHF (SIA 416)
30'000'000.- inkl.Mwst
Surface de plancher en m² (SIA 416)
5'058 m2
Planification
2021 → 2025
Réalisation
2022 → 2025
Année de mise en service
2025
Soumissionnaire(s) | Intervenants
Maître d'ouvrage
Architecture du paysage
Génie civil
Directions des travaux
Physique du bâtiment
Technique du bâtiment
Autre
Conception électrique
Autre
Autre
Autre
Conception lumière
Restauration
Rampa Restauri SA
Photographie
Photographie