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Quartierzentrum Union

Copyright: Martin Zeller
Das Kultur- und Begegnungszentrum Union an der Klybeckstrasse wird seit über 20 Jahren vom Verein Union betrieben und 2025 mit einem neuen Konzept wiedereröffnet. Für die Christoph-Merian-Stiftung war entscheidend, dass das Zentrum wieder eine zentrale Rolle im Quartierleben einnimmt und besser sichtbar wird. In Zusammenarbeit mit Denkstatt und baubüro in situ entstand eine Nutzung, die Zukunft und Bedürfnisse des Quartiers vereint. Das frühere Restaurant wurde zu einem offenen, hellen Quartierbistro umgestaltet; die dazugehörenden Büros wurden ins Erdgeschoss verlegt, Sanitäranlagen erneuert und barrierefrei gemacht. Künstler Kerim Seiler integrierte gemeinsam mit Bewohner:innen charakteristische Elemente in Licht und Vorhängen. Der grosse Saal dient als Zwischennutzung der GGG-Bibliothek, wofür eine zusätzliche, wieder demontierbare wiederverwendbare Installationsebene eingebaut wurde. Das Projekt folgt einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Vision: Viele Materialien, Möbel und Beleuchtung wurden erhalten, angepasst und wiederverwendet.












Copyright général des photographies: Martin Zeller






Copyright général des plans / schémas / graphiques: baubüro in situ / Denkstatt sarl
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit Denkstatt sarl entwickelt, die die zukünftigen Nutzer in alle Schritte miteinbezogen haben. Für die Auswahl des Bistrobetreibers wurden mehrere Informationsveranstaltungen und Gespräche organisiert, und die endgültige Entscheidung wurde gemeinsam mit allen Projekt Beteiligten getroffen. Eine vorgängige Machbarkeitsstudie stellte sicher, dass das Konzept optimal auf den Standort und dessen spezifische Anforderungen abgestimmt ist.
Fonctionnalité
Von Beginn an stand die baubüro in situ ag in engem Austausch mit dem Denkmalschutz, um mit dem historischen Bestand verantwortungsvoll umzugehen und zugleich aufzuwerten. Funktionalität und Pragmatismus waren zentrale Leitlinien der Planung. Der Ort wurde so entwickelt, dass er langlebig, sicher, komfortabel und barrierearm ist, vielfältige Nutzungen möglich macht und sich flexibel an zukünftige Anforderungen verschiedener Gruppen anpassen kann.
Environnement
Der Wiederverwendung vorhandener Elemente kam im Projekt eine zentrale Rolle zu. Ein Grossteil des bestehenden Mobiliars und der Leuchten wurden wiederverwendet und gezielt an die neuen Anforderungen angepasst. Ergänzend dazu wurden weitere bauliche Details sorgfältig überarbeitet, sodass der Einsatz neuer Materialien reduziert werden konnte. Diese Vorgehensweise verringerte den Bedarf an Ressourcen deutlich und unterstützte eine konsequent umweltbewusste Planung.
Économie
Die Ausführung des Projekts wurde in mehreren Etappen umgesetzt um die bestehenden Infrastrukturen zu erhalten und die Bauarbeiten parallel zum laufenden Betrieb durchführen zu können. Dadurch blieb das Quartierzentrum während des Umbaus geöffnet und konnte sein Angebot weiterentwickeln. Die CMS konnte die Verbesserung prüfen, bevor die nächste Phase freigegeben wurde. Zudem wurde ein Lagerraum eingerichtet, um Elemente aufzubewahren, die in den folgenden Projektabschnitten wiederverwendet wurde
Diversité
Die Baustelle wurde zu einem Beispiel gelungener Zusammenarbeit, da zahlreiche Akteure mit unterschiedlichen Bedürfnissen gleichzeitig beteiligt waren. Um diese Vielfalt zu koordinieren, optimierten wir den Dialog und schufen klare Kommunikationsstrukturen. Mehrere Workshops und Austauschformate stellten sicher, dass alle Beteiligten einbezogen und die Verantwortlichkeiten spezifisch aufgeteilt werden konnten, was den sozialen und räumlichen Zusammenhalt stärkte.
Contexte
Die Räume im Erdgeschoss haben sich im Laufe der Jahre vom Quartierzentrum zum Restaurant und wieder zurückentwickelt. Unser Ziel war es, die Architektur bewusst zurückzunehmen, um einen hellen, klaren und einladenden Raum zu schaffen, der allen offensteht. Die Gestaltung fügt sich harmonisch in den baukulturellen Kontext ein und bleibt gleichzeitig so flexibel, dass sie sich leicht an unterschiedliche Bedürfnisse und zukünftige Nutzungen anpassen lässt.
Esprit du lieu
Für eine eine unverwechselbare Identität des Ortes, wurde mit einer Künstler:in zusammengearbeitet, die Vorhänge aus natürlich gefärbten Stoffresten, zusammen mit der Quartierbevölkerung gestaltete. Die beweglichen Elemente laufen auf Schienen und ermöglichen je nach Bedarf neue Räume. Sie schaffen Intimität, bieten Stauraum, trennen oder verbinden den Raum und unterstützen so seine optimale Funktionalität. Durch ihre einzigartige Ästhetik verleihen sie dem Ort einen ganz besonderen Charakter.
Beauté
Durch die zuvor beschriebenen Elemente ist ein Ort entstanden, an dem man sich sofort wohl, willkommen und zuhause fühlt. Die bestehende Innenhofsituation bietet im Sommer eine kühle, grüne Oase mitten in der Stadt. Das parallel entwickelte Bibliotheksprojekt überzeugt durch seine besondere Dimension, während die Großzügigkeit des Saals einen ausgeprägten Wow Effekt erzeugt, der niemanden unberührt lässt und die ästhetische Qualität des Ortes stärkt.
Caractéristiques
Lieu
Klybeckstrasse 95, Basel
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Hôtellerie et tourisme
Type de tâche
Rénovation
Type de procédure
Mandat direct
Coût de construction en CHF (SIA 416)
/
Surface de plancher en m² (SIA 416)
225
Planification
2024 → 2025
Réalisation
2024 → 2025
Année de mise en service
2025
Soumissionnaire(s) | Intervenants