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Ökonomiegebäude Lützelsee
Ökonomiegebäude Lützelsee
Copyright: Andreas Graber
056
N° DE SOUMISSION: 346
Am Lützelsee, eingebettet in eine geschützte Moorlandschaft, liegt der Menzihof, ein Ensemble aus dem denkmalgeschützten Menzihaus und mehreren Ökonomiegebäuden. Mit grossem Respekt wurde das Ensemble instandgesetzt und erweitert: Der bestehende Warmstall wurde in einen Kaltstall mit Laufhöfen umgewandelt und die ehemalige Garage zum Hofkiosk umgenutzt. Ergänzend wurde eine neue Remise errichtet. Dieser innovative Holzbau mit Indach-Photovoltaikanlage fügt sich harmonisch in die ortstypische Bebauungsstruktur ein und definiert einen klaren Abschluss des Weilers nach Westen. Im Einklang mit dem Netto-Null-Ziel des Kantons Zürich sorgt die semipermeable Hülle des Neubaus für optimale Belichtung, während das lichtdurchlässige Solardach eine nachhaltige Energiegewinnung unterstützt. Als integraler Bestandteil der Architektur tritt das Dach als «fünfte Fassade» in Erscheinung und steht exemplarisch für eine neue Ästhetik des klimaangepassten Bauens. Die bewusste Entscheidung, die bestehenden Ökonomiegebäude zu erhalten und gezielt zu erweitern, anstatt sie durch einen Ersatzneubau abzulösen, spricht für eine nachhaltige Denkweise. Die behutsame Transformation des Menzihofs resultiert aus einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit landwirtschaftlichen Anforderungen, Ortsbildschutz, ressourcenschonendem Bauen und der Wiederverwendung vorhandener Bauteile. Das Projekt beweist, dass ein respektvoller Umgang mit dem Bestand und eine allumfassende Modernisierung des Landwirtschaftsbetriebs parallel möglich sind. Das Projekt demonstriert, dass Nachhaltigkeit und gestalterischer Anspruch kein Widerspruch sind, sondern gemeinsam eine neue architektonische Sprache formen können.
Ökonomiegebäude Lützelsee – Aus der Ferne: Die Ökonomiegebäude um das sogenannte Menzihaus am Rand des unter Ortsbildschutz stehenden Weilers Lützelsee – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Die neue Remise fasst den Hofplatz vor dem alten Stall mit integriertem Hofkiosk – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Die semipermeable Hülle sorgt für eine gute Belichtung und Belüftung  – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Innenansicht der Remise mit Galerie – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Der bestehende Stallanbau wurde leicht verlängert, um den Tierbestad an die Futterproduktion anzupassen – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Bestehender Stall mit Tiefstreu und Laufhof für Mutterkühe und Kälber – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Der Neubau mit Satteldach und eingefärbter PV-Anlage integriert sich typologisch und massstäblich in die ortstypische Bebauungsstruktur – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Glasdach und Holzfassade verschmelzen zu einem einheitlichen Ganzen – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Das feingliedrige Sparrendach bietet auf einer Galerie über der Einstellhalle Lagerfläche, die mit einer Kranbahn beschickt wird – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Innenansicht der Remise mit Treppe zur Galerie – Foto: Andreas Graber
Ökonomiegebäude Lützelsee – Aussenansicht der Remise in der Dämmerung mit Blick auf den Lützelsee – Foto: Andreas Graber
Copyright général des photographies: Foto: Andreas Graber
Copyright général des plans / schémas / graphiques: Clou Architekt:innen
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Der Kanton Zürich übernimmt als Eigentümervertretung des Natur- und Heimatschutzfonds die Verantwortung für den Erhalt und die Weiterentwicklung des schützenswerten Hofensembles am Lützelsee. Bei der Projektierung wurde bewusst der Entscheid für die Erhaltung und Ergänzung des Hofensembles gefällt. Die Ökonomiegebäude wurden instandgesetzt und erweitert, ergänzt durch eine neue Remise. Der Biohof Lützelsee nutzt die Anlagen im Rahmen eines langfristig gesicherten Nutzungskonzepts.
Fonctionnalité
Die Hofgebäude sind funktional auf den Betriebsablauf ausgerichtet: klare Verkehrsführung, Stallumbau für eine angepasste Tierhaltung sowie praktisch angeordnete Lager- und Verarbeitungsräume. Regenwassernutzung im alten Futtersilo und das Solardach gewährleisten eine nachhaltige Energieversorgung. Die semipermeable Hülle der Remise sorgt für Licht und Belüftung, wobei die Architektur Alltagstauglichkeit und Ästhetik verschränkt.
Environnement
Die Ökonomiegebäude erzeugen ihren geringen Energiebedarf CO₂-neutral vor Ort über das PV-Dach. Der alte Futtersilo dient als Regenwassertank zur Bewässerung des Gartens und zur Reinigung von Fahrzeugen. Die Remise wurde aus regionalem Holz gefertigt. Bei der Instandsetzung des Stalls wurde das Holz und die Ziegel des abgebrochenen Unterstands wiederverwendet. Pflege von Riet- und Naturschutzflächen sowie Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse fördern Biodiversität.
Économie
Der Kiosk ermöglicht die Direktvermarktung der hofeigenen Produkte und stärkt die regionale Wertschöpfung. Ergänzend kann der Gewölberaum für Feste, Workshops oder Vermietungen genutzt werden, wodurch zusätzliche Einnahmen entstehen. Ein optimierter Tierbestand und die praktische Anordnung der Betriebsflächen sichern eine effiziente Nutzung und die langfristige Betriebsfähigkeit des Hofes. Strom- und Wasserkosten können dank der PV-Anlage und des Regenwassertanks gespart werden.
Diversité
Der Menzihof bietet Lebensraum für verschiedene Tierarten. Besuchende sind jederzeit willkommen, um die Natur zu erleben und den Hof zu entdecken. Als Knotenpunkt am Naherholungsgebiet Lützelsee vernetzt er Menschen und Aktivitäten. Doch auch die Architektur zeigt Vielfalt: Gebäude unterschiedlicher Epochen sind zu einem stimmigen Ensemble verwachsen, das Geschichte, Natur und Begegnung in einem lebendigen Ganzen verbindet.
Contexte
Der Hof ist Teil des Naherholungsgebiets Lützelsee und gehört zu einem von drei Weilern am See. Das Hofensemble liegt in einer geschützten Moorlandschaft und in einer Ortsbildschutzzone. Mit dem Neubau der Remise als Westabschluss des Weilers wird der Hofraum strukturiert und bleibt über die Badstrasse verbunden. Dadurch entsteht ein klar definierter Hofplatz. Das denkmalgeschützte Menzihaus bleibt erhalten.
Esprit du lieu
Das Projekt zeigt, dass ein respektvoller Umgang mit dem Bestand und die zeitgemässe Weiterentwicklung eines Landwirtschaftsbetriebs parallel möglich sind. Der Neubau und das PV-Dach fügen sich typologisch und massstäblich in die ortstypische Struktur ein. Das ganze Ensemble wurde bedacht instandgesetzt und erweitert, wodurch sein Charakter bewahrt und die Atmosphäre des Ortes nachhaltig gestärkt wurde.
Beauté
Das Trio von Remise, Hofkiosk und Scheune entstand aus einer Auseinandersetzung mit der Landwirtschaft, dem Ortsbildschutz, Bauen im Bestand und dem Re-use von bereits vorhandenen Bauteilen. Die PV-Anlage der Remise versteht sich als integraler Bestandteil der Architektur. Sie geht dabei auf leichte Art und Weise eine Verschränkung von zwei an sich fremden Materialen, nämlich Glas und Holz, ein. Am Tag dringt das Licht durch die Lücken nach innen, bei Nacht leuchtet es in die Umgebung hinaus.
Caractéristiques
Lieu
Lützelsee 2, 8634 Hombrechtikon
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Agriculture et sylviculture
Type de tâche
Agrandissement
Type de procédure
Appel d'offre
Coût de construction en CHF (SIA 416)
3.5 Mio.
Surface de plancher en m² (SIA 416)
1'575
Planification
2019 → 2022
Réalisation
2022 → 2023
Année de mise en service
2023
Soumissionnaire(s) | Intervenants
Génie civil
Génie civil
Conception électrique
Technique du bâtiment
Autre
Art dans le bâtiment et dans l'espace public
Photographie