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Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber

Copyright: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Das Benediktinerkloster Mariastein am Dreiländereck ist der zweitwichtigste Pilgerort der Schweiz. Besonders ist die Lage am steilen Hang und die in den Felsen gehauenen Gnadenkapelle – der Ursprung und das Herzstück des Klosters. Der lineare Klosterplatz wird zukünftig als Bindeglied der Gesamtanlage mit ihren denkmalgeschützten Bauten dienen und die Rolle des Empfangs übernehmen – als Ort des Übergangs zwischen profaner und sakraler Welt. Durch die neue Verkehrsführung wird er frei von Bushaltestelle, Autoverkehr und Parkplätzen; zusätzlich werden neue Rundwege für den Langsamverkehr geschaffen. Mittels des prägenden Elements der Klostermauer, welches an wichtigen Stellen erweitert oder geöffnet und durch leichte Dächer und massive Sitzmöglichkeiten ergänzt wird, entstehen verschiedene Räume mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten. Etwa ein Hortus Conclusus (Blick zur Erde), ein Pavillon als Pilgerforum (Blick zum Himmel) und ein Wasserspiegel (Blick zum Himmel auf Erden). Diese Trias bricht die Linearität des Hauptplatzes, führt zu Wechseln in der Blick- und Gehrichtung und leitet von der profanen zur sakralen Umgebung. An den Hauptplatz angrenzend und seitlich des Vorplatzes zur Basilika treten zwei weitere Vorräume: die neue Aussenpassage zu den Kapellen und der neu zugängliche Platanenhof zum Kloster. Im Sinne des Genius Loci tritt bei der Gestaltung der Stein in den Vordergrund: Als hindernisfreier und wasserdurchlässiger Teppich aus verschiedenen Pflastersteinarten sowie als grosse Kunst- und Kalksteinblöcke, die verschiedene Nutzungen aufweisen. Sie dienen als wegweisende Elemente und implizite Signaletik; sie lassen den Klosterplatz zur mineralischen Landschaft und zum Gegenüber der umgebenden Bepflanzung werden. Durch kleine, behutsame Eingriffe und das Stärken vorhandener Qualitäten wird der Klosterplatz zu einem «Dritten Raum» mit einladender Atmosphäre, flexibler Nutzung und Möglichkeiten der Aneignung – und schliesslich ein Platz für alle.











Copyright général des photographies: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH









Copyright général des plans / schémas / graphiques: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Copyright: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH (Die Mariasteiner Geräuschkulisse – Stand Studienauftrag)
Textes Critères de Davos
Gouvernance
Ein Ort für und von Menschen – aus Beiträgen von Kantonen, Gemeinden und Privaten gefördert, gestartet und fortgeführt als partizipativer Prozess, wurde nur gebaut, was gewünscht war; im stetigen Austausch mit Bauherrschaft, Gemeinde, Behörden (insb. Denkmalpflege, Procap), Forschenden, Nutzenden, Betreibenden, Planenden, Lieferanten wie auch Unternehmen. Im partizipativen und offenen Dialog wurde Neues gewagt (insb. Pflaster) und Mehrwert im stets gleichbleibenden Kostenrahmen finanziert.
Fonctionnalité
Ein Ort für vielfältige Bedürfnisse – frei von Auto- und Busverkehr, hindernisfrei durch eine angepasste Topografie und entsprechendem Bodenbelag; mit impliziter Signaletik und intuitiver Wegführung zur Orientierung für Pilgernde aus der ganzen Welt, mit mehr Schatten durch neue Dächer und Bäume, Vervielfältigung sowie Diversifizierung der Sitzmöglichkeiten und einer Gestaltung auch für noch unbekannte, zukünftige Bedürfnisse, indem sie Mehrfachnutzbarkeit und Aneigbarkeit explizit fördert.
Environnement
Weiterstricken vorhandener Qualitäten – durch mehrere kleine Eingriffe unter Berücksichtigung regenerativer, langlebiger und/oder regionaler Materialien (wie Lärchenholz, Jurastein, Kunststein aus Jurakies, Trasskalk und in Trasskalkmörtel verlegte Pflastersteine) sowie Wiederverwendung einzelner Elemente, die an anderem Ort auf dem gleichen oder einem nahegelegenen Areal eine neue Bedeutung erhalten. Ergänzt um biodiversitätsfördernde Grünflächen und 4000m2 neu versickerungsfähige Fläche.
Économie
Der Klosterplatz als Gastgeber – ganzheitliche Aufwertung des Platzes mit dem Ziel, Menschen nach Mariastein zu bringen und dort zu halten, die einen kulturellen und wirtschaftlichen Mehrwert schaffen und somit langfristig zum Erhalt beitragen; unter Berücksichtigung eines sparsamen Umgangs mit vorhandenen Ressourcen (u.a. durch die Entwicklung eines parametrischen Steinkonfigurators zur Steuerung der Farbe, Grösse, Menge, Verladung und Kosten der Pflastersteine – dem Hauptkostenpunkt).
Diversité
Inklusion als Grundlage – mit Schwerpunkt auf die hindernisfreie Platzgestaltung sowie Details, welche auf die Vielfalt der Besuchenden eingehen; etwa ein Trittstein beim Trinkbrunnen, Bänke mit verschiedenen Sitzhöhen oder eine symbolhafte Signaletik. Es werden Begegnungen und Interaktionen gefördert (durch Veranstaltungen im Pilgerforum, beim Naschen im Hortus Conclusus oder Entdecken der Leitfiguren), aber auch Rückzugsmöglichkeiten geboten (wie in den Sitznischen der Aussenpassage).
Contexte
Von profan zu sakral – mittels des prägenden Elements der Klostermauer, welches an wichtigen Stellen behutsam erweitert, geöffnet und durch schützende Dächer ergänzt wird, entstehen vielfältige Räume mit Bezug zum Kontext: ein Hortus Conclusus (Blick zur Erde), ein Pilgerforum (Blick zum Himmel), ein grosser Wasserspiegel (Blick zum Himmel auf Erden). Diese Trias ergänzt um Leitfiguren aus Stein bricht die Linearität des Hauptplatzes und fördert den Wechsel von Blick- und Gehrichtungen.
Esprit du lieu
Der Stein im Zentrum – durch seine vielfältige Verwendung (Pflasterteppich, Kalk- und Kunststeinblöcke als Leitfiguren, Trasskalkmauern zum Leiten und Trasskalkbänke zum Innehalten) wird darauf hingewiesen, was im Verborgenen liegt, die Maria im Stein, die Gnadenkapelle im Felsen. Je nach Ausprägung vermag der Stein zu dynamisieren oder entschleunigen, unterstützt den Übergang von profan zu sakral und schafft eine zeitlose, mineralische Landschaft als Gegenüber des umgebenden Grüns.
Beauté
Komposition und Dynamik – einzelne Intervention reagieren mal sensibel, mal reibungsvoll oder überraschend auf ihr Umfeld, betten sich ein, heben sich ab und leisten im Zusammenspiel von Funktion, Gestaltung und Umwelt einen Mehrwert für das Gesamte: Der Pflasterteppich, der seine Schönheit in der Überlagerung von Technik und Handwerk, von Licht, Schatten oder Regen entfaltet; das textile Dach, das sich mit seiner Umgebung verfärbt oder der Wasserspiegel, der den Himmel offenbart.
Caractéristiques
Lieu
Mariastein
Catégorie d'ouvrage (SIA 102)
Culture et vie sociale
Type de tâche
Autre
Type de procédure
Concours
Type de concours
Concours sélectifs
Coût de construction en CHF (SIA 416)
ca. CHF 6.2 Mio.
Surface de plancher en m² (SIA 416)
ca. 6.500 m2 AGF
Planification
2022 → 2025
Réalisation
2025 → 2025
Année de mise en service
2026
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