...
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber
Copyright: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
175
N° DI INVIO: 400
Das Benediktinerkloster Mariastein am Dreiländereck ist der zweitwichtigste Pilgerort der Schweiz. Besonders ist die Lage am steilen Hang und die in den Felsen gehauenen Gnadenkapelle – der Ursprung und das Herzstück des Klosters. Der lineare Klosterplatz wird zukünftig als Bindeglied der Gesamtanlage mit ihren denkmalgeschützten Bauten dienen und die Rolle des Empfangs übernehmen – als Ort des Übergangs zwischen profaner und sakraler Welt. Durch die neue Verkehrsführung wird er frei von Bushaltestelle, Autoverkehr und Parkplätzen; zusätzlich werden neue Rundwege für den Langsamverkehr geschaffen. Mittels des prägenden Elements der Klostermauer, welches an wichtigen Stellen erweitert oder geöffnet und durch leichte Dächer und massive Sitzmöglichkeiten ergänzt wird, entstehen verschiedene Räume mit vielfältigen Aufenthaltsqualitäten. Etwa ein Hortus Conclusus (Blick zur Erde), ein Pavillon als Pilgerforum (Blick zum Himmel) und ein Wasserspiegel (Blick zum Himmel auf Erden). Diese Trias bricht die Linearität des Hauptplatzes, führt zu Wechseln in der Blick- und Gehrichtung und leitet von der profanen zur sakralen Umgebung. An den Hauptplatz angrenzend und seitlich des Vorplatzes zur Basilika treten zwei weitere Vorräume: die neue Aussenpassage zu den Kapellen und der neu zugängliche Platanenhof zum Kloster. Im Sinne des Genius Loci tritt bei der Gestaltung der Stein in den Vordergrund: Als hindernisfreier und wasserdurchlässiger Teppich aus verschiedenen Pflastersteinarten sowie als grosse Kunst- und Kalksteinblöcke, die verschiedene Nutzungen aufweisen. Sie dienen als wegweisende Elemente und implizite Signaletik; sie lassen den Klosterplatz zur mineralischen Landschaft und zum Gegenüber der umgebenden Bepflanzung werden. Durch kleine, behutsame Eingriffe und das Stärken vorhandener Qualitäten wird der Klosterplatz zu einem «Dritten Raum» mit einladender Atmosphäre, flexibler Nutzung und Möglichkeiten der Aneignung – und schliesslich ein Platz für alle.
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Das Textil des Pilgerforums mit dem spezifisch für den Ort entwickelten Punktmuster verstärkt die Wirkung des Himmels analog zur Wettersituation  – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Das Farbspektrum der Mariasteiner Pflästerung führt von profan zu sakral – von asphaltgrauen über gelbe zu den rötlichen Tönen des bestehenden Vorplatzes der Basilika; subtile Farbwechsel weisen auf Nebenschauplätze hin – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Der Blick zum Klostergarten: Behutsames Öffnen der Klostermauer, Ergänzung um Trasskalkbänke, Leichtbaudach und wiederverwendetes Tor – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Der Platanenhof bildet den Vorraum zur Klosterpforte; die Achse aus sechs Platanen wird durch zwei weitere sowie eine freie und diagonale Durchwegung aufgebrochen  – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Die Mauern aus gestampften Trasskalk haben einen geringen CO2-Fussabdruck, betten sich in den Kontext ein und heben sich zugleich ab – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Das Pilgerforum und der Blick zum Himmel: Performativität und Aneignung, im Alltag sowie zu Anlässen  – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Das Pilgerforum ergänzt die Nachbarbauten in ihrer Funktion und bietet das ganze Jahr über Schatten und Regenschutz, Geborgenheit und Offenheit – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Das Übersichtsmodell aus Jurastein bildet die erste von insgesamt sechs neuen Leitfiguren auf dem Platz – sieben sind es mit der bestehenden – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Der Hortus Conclusus: Ein naturnaher, geschützter Aufenthaltsort mit Naschbeet und schattenspendenden Obstbäumen – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Die Aussenpassage mit Trasskalkmauer als Fortführung der Klostermauer; mit Blick zur St.-Anna-Kapelle und als kontemplativer Vorraum für die Gnadenkapelle – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Arealgestaltung Mariastein – Ein Klosterplatz als Gastgeber – Der Wasserspiegel aus geschliffenem Kunststein aus Jurakies (im Foto noch unbearbeitet) stellt die vierte Leitfigur dar und spiegelt kurz vor der Basilika den «Himmel auf Erden» – Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Copyright generale delle foto: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Copyright generale delle progetti / schemi / grafici: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH
Copyright: Atelier Ehrenklau Hemmerling GmbH (Die Mariasteiner Geräuschkulisse – Stand Studienauftrag)
Testi Criteri Davos
Governance
Ein Ort für und von Menschen – aus Beiträgen von Kantonen, Gemeinden und Privaten gefördert, gestartet und fortgeführt als partizipativer Prozess, wurde nur gebaut, was gewünscht war; im stetigen Austausch mit Bauherrschaft, Gemeinde, Behörden (insb. Denkmalpflege, Procap), Forschenden, Nutzenden, Betreibenden, Planenden, Lieferanten wie auch Unternehmen. Im partizipativen und offenen Dialog wurde Neues gewagt (insb. Pflaster) und Mehrwert im stets gleichbleibenden Kostenrahmen finanziert.
Funzionalità
Ein Ort für vielfältige Bedürfnisse – frei von Auto- und Busverkehr, hindernisfrei durch eine angepasste Topografie und entsprechendem Bodenbelag; mit impliziter Signaletik und intuitiver Wegführung zur Orientierung für Pilgernde aus der ganzen Welt, mit mehr Schatten durch neue Dächer und Bäume, Vervielfältigung sowie Diversifizierung der Sitzmöglichkeiten und einer Gestaltung auch für noch unbekannte, zukünftige Bedürfnisse, indem sie Mehrfachnutzbarkeit und Aneigbarkeit explizit fördert.
Ambiente
Weiterstricken vorhandener Qualitäten – durch mehrere kleine Eingriffe unter Berücksichtigung regenerativer, langlebiger und/oder regionaler Materialien (wie Lärchenholz, Jurastein, Kunststein aus Jurakies, Trasskalk und in Trasskalkmörtel verlegte Pflastersteine) sowie Wiederverwendung einzelner Elemente, die an anderem Ort auf dem gleichen oder einem nahegelegenen Areal eine neue Bedeutung erhalten. Ergänzt um biodiversitätsfördernde Grünflächen und 4000m2 neu versickerungsfähige Fläche.
Economia
Der Klosterplatz als Gastgeber – ganzheitliche Aufwertung des Platzes mit dem Ziel, Menschen nach Mariastein zu bringen und dort zu halten, die einen kulturellen und wirtschaftlichen Mehrwert schaffen und somit langfristig zum Erhalt beitragen; unter Berücksichtigung eines sparsamen Umgangs mit vorhandenen Ressourcen (u.a. durch die Entwicklung eines parametrischen Steinkonfigurators zur Steuerung der Farbe, Grösse, Menge, Verladung und Kosten der Pflastersteine – dem Hauptkostenpunkt).
Diversità
Inklusion als Grundlage – mit Schwerpunkt auf die hindernisfreie Platzgestaltung sowie Details, welche auf die Vielfalt der Besuchenden eingehen; etwa ein Trittstein beim Trinkbrunnen, Bänke mit verschiedenen Sitzhöhen oder eine symbolhafte Signaletik. Es werden Begegnungen und Interaktionen gefördert (durch Veranstaltungen im Pilgerforum, beim Naschen im Hortus Conclusus oder Entdecken der Leitfiguren), aber auch Rückzugsmöglichkeiten geboten (wie in den Sitznischen der Aussenpassage).
Contesto
Von profan zu sakral – mittels des prägenden Elements der Klostermauer, welches an wichtigen Stellen behutsam erweitert, geöffnet und durch schützende Dächer ergänzt wird, entstehen vielfältige Räume mit Bezug zum Kontext: ein Hortus Conclusus (Blick zur Erde), ein Pilgerforum (Blick zum Himmel), ein grosser Wasserspiegel (Blick zum Himmel auf Erden). Diese Trias ergänzt um Leitfiguren aus Stein bricht die Linearität des Hauptplatzes und fördert den Wechsel von Blick- und Gehrichtungen.
Genius loci
Der Stein im Zentrum – durch seine vielfältige Verwendung (Pflasterteppich, Kalk- und Kunststeinblöcke als Leitfiguren, Trasskalkmauern zum Leiten und Trasskalkbänke zum Innehalten) wird darauf hingewiesen, was im Verborgenen liegt, die Maria im Stein, die Gnadenkapelle im Felsen. Je nach Ausprägung vermag der Stein zu dynamisieren oder entschleunigen, unterstützt den Übergang von profan zu sakral und schafft eine zeitlose, mineralische Landschaft als Gegenüber des umgebenden Grüns.
Bellezza
Komposition und Dynamik – einzelne Intervention reagieren mal sensibel, mal reibungsvoll oder überraschend auf ihr Umfeld, betten sich ein, heben sich ab und leisten im Zusammenspiel von Funktion, Gestaltung und Umwelt einen Mehrwert für das Gesamte: Der Pflasterteppich, der seine Schönheit in der Überlagerung von Technik und Handwerk, von Licht, Schatten oder Regen entfaltet; das textile Dach, das sich mit seiner Umgebung verfärbt oder der Wasserspiegel, der den Himmel offenbart.
Caratteristiche
Luogo
Mariastein
Categoria di costruzione (SIA 102)
Cultura e società
Tipo di incarico
Altro
Tipo di procedura
Concorsi
Forma di messa in concorrenza
Procedura selettiva
Costi di costruzione in CHF (SIA 416)
ca. CHF 6.2 Mio.
Superficie di piano in m² (SIA 416)
ca. 6.500 m2 AGF
Progettazione
2022 → 2025
Realizzazione
2025 → 2025
Anno di messa in servizio
2026