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Umnutzung „Buck 40“, Zürich

Copyright: René & Dimitri Dürr
Die Grundhaltung «Reuse, Reduce, Revaluate» bildet die konzeptionelle Basis des Entwurfs und definiert dessen wesentliche Parameter. Durch gezielte architektonische Eingriffe werden Adressierung, Ausdruck sowie die innere Organisation des Bestands neu gedacht. Das Bauwerk wird bis auf seine Tragstruktur zurückgebaut und räumlich geöffnet. In diese Struktur wird ein bis ins Erdgeschoss freigelegtes Atrium eingeschnitten, das als gemeinschaftliches Zentrum der Anlage dient und Begegnung sowie Orientierung fördert. Die bestehenden Auskragungen im Hochparterre werden umgenutzt und als Verladerampen für gewerbliche Nutzungen ausgebildet. Der Baukörper gliedert sich dreiteilig: Auf dem eingezogenen EG kragt ein dreigeschossiger Baukörper mit einer leichten, verglasten Curtain-Wall-Fassade aus. Darüber staffeln sich zurückspringende Attikageschosse mit grosszügig begrünten Dachgärten. Den Abschluss der Volumetrie bildet eine hölzerne, zurückversetzte Aufstockung mit eigenständigem Ausdruck.












Copyright für die Fotografien: René & Dimitri Dürr












Copyright für die Pläne / Schemata / Grafiken: Scheitlin Syfrig Architekten/OXID Architektur
Copyright: René & Dimitri Dürr
Texte Davos Kriterien (Selbstevaluation)
Gouvernanz
Der Umbau basiert auf einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Bestand und auf klar geführten, kooperativen Planungsprozessen. Die Weiterentwicklung vorhandener Strukturen statt deren Ersatz steht für langfristiges Denken. Gemeinschaftliche Räume wie Atrium, Dachgärten und halböffentliche Zonen ermöglichen Mitnutzung und stärken die Identifikation. So unterstützt das Projekt eine nachhaltige Bewirtschaftung und eine offene Aneignung des Ortes durch unterschiedliche Nutzergruppen.
Funktionalität
Die funktionale Neuorganisation des Gebäudes orientiert sich an den Bedürfnissen seiner Nutzer und an einer langfristigen Nutzbarkeit. Gut belichtete Arbeitsbereiche rund um das Atrium, klare Erschliessungen und sichere Fluchtwege erhöhen Komfort und Orientierung. Flexible Raumstrukturen ermöglichen unterschiedliche Arbeitsformen und reagieren auf künftige Veränderungen. Durch die Weiterentwicklung des Bestands bleibt die bauliche Substanz erhalten und wird an heutige Anforderungen angepasst.
Umwelt
Der Umbau nutzt die vorhandene Tragstruktur und reduziert so Materialverbrauch und Emissionen über den gesamten Lebenszyklus. Begrünte Terrassen, hängende Gärten und Dachflächen verbessern das Mikroklima, fördern Artenvielfalt und wirken temperaturausgleichend. Eine neue Fassade mit wirksamem Sonnenschutz, Photovoltaik und der Anschluss an das Fernwärmenetz senken den Energiebedarf und stärken den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Wirtschaft
Der Umbau setzt auf Werterhalt statt Ersatz und nutzt den Bestand als wirtschaftliche Ressource. Durch die Weiterverwendung der Tragstruktur, eine flächeneffiziente Organisation und ertragsreiche Flächen im aufgestockten Attikageschoss wird das Potenzial optimal genutzt. Flexible Arbeitsflächen sowie langlebige, robuste Materialien senken Betriebs- und Anpassungskosten und schaffen nachhaltigen Mehrwert für Nutzungskomfort, Investitionssicherheit und Standortqualität.
Vielfalt
Die räumliche Organisation des Gebäudes fördert Begegnung und Austausch über Nutzungs- und Geschossgrenzen hinweg. Offene Arbeitslandschaften, gemeinschaftliche Zonen rund um das Atrium und begrünte Terrassen schaffen Orte für Zusammenarbeit und informelle Nutzung. Unterschiedliche Arbeitsformen und Aufenthaltsqualitäten bestehen gleichwertig nebeneinander. So entsteht ein lebendiges Gebäude, das soziale Durchmischung fördert und den gemeinschaftlichen Umgang mit dem Ort stärkt.
Kontext
Der Entwurf setzt sich bewusst mit dem vorhandenen Gebäude und seinem städtebaulichen Umfeld auseinander. Die Transformation bewahrt die strukturelle Logik des Bestands und ergänzt sie mit zeitgemässen architektonischen Elementen. Rücksprünge, Aufstockung und Materialwechsel reagieren auf Massstab und Typologie des Ortes. Die transparente Fassadengestaltung, der neue Zugang und zusätzlich geschaffene Laderampen im Erdgeschoss aktivieren den Stadtboden und verankern das Gebäude im Stadtraum.
Genius Loci
Die Transformation respektiert den Charakter des Bestands aus den 1960er Jahren und entwickelt ihn behutsam weiter. Vorhandene Qualitäten werden sichtbar gemacht und räumlich neu interpretiert. Das Atrium als inneres Zentrum, die hängenden Gärten und das gebäudespezifische Branding prägen die Identität des Hauses und schaffen Wiedererkennbarkeit. Licht, Raum und Begrünung erzeugen eine Atmosphäre, die Orientierung, Zugehörigkeit und eine emotionale Bindung zwischen Nutzern und Gebäude fördert.
Schönheit
Die architektonische Qualität des Projekts entfaltet sich aus einer bewussten ästhetischen Haltung, die Raum, Licht, Material und Begrünung in ein ausgewogenes Verhältnis setzt. Das Atrium erzeugt Grosszügigkeit und Orientierung, während gestaffelte Volumen, transparente Fassaden und grüne Aussenräume sinnlich erfahrbare Räume schaffen. Diese Ästhetik steigert Wohlbefinden und Aufenthaltsqualität und fördert eine dauerhafte, positive Beziehung zwischen Mensch, Architektur und Ort.
Eigenschaften
Ort
Zürich
Baukategorie (SIA 102)
Industrie und Gewerbe
Art der Aufgabe
Umnutzung
Art des Verfahrens
Wettbewerb
Beschaffungsform
Einladungsverfahren
Baukosten in CHF (SIA 416)
Geschossfläche in m² (SIA 416)
17'496
Planung
2020 → 2024
Fertigstellung
2022 → 2024
Inbetriebnahme
2024
Einreichende | Projektbeteiligte
Bauingenieurwesen
General-/Totalunternehmung
HLKS-Planung
Bauphysik
Elektroplanung
Landschaftsarchitektur
Fassadenplanung
Signaletik