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Wohncluster Grenzacherstrasse, Basel

Copyright: Walter Mair
Das Gebäude an der Grenzacherstrasse 487 in Basel wurde 1969/70 durch die Hoffmann La Roche AG als Immunologisches Forschungsinstitut erstellt. Der neue Nutzungszyklus ist auf 30 Jahre angelegt. Durch den Umbau und die Aufstockung des Gebäudes werden 53 Wohnungen und Gewerbeflächen entstehen. Aus Gründen der Nachhaltigkeit soll die ganze Gebäudestruktur, die Fassade und möglichst viele Bauteile weiterverwendet werden.
Das neue Wohnungsangebot hebt sich von den Familienwohnungen in der Umgebung ab, wodurch die Durchmischung des Quartiers gefördert wird. Die besonderen räumlichen Bedingungen der bestehenden Gebäudestruktur verlangen nach aussergewöhnlichen Wohnungstypologien. Viele der Wohnungen werden direkt von den beiden Innenhöfen erschlossen. Die grossen Raumhöhen ermöglichen trotz hoher Dichte grosszügig angelegten Wohnraum.
Das neue Wohnungsangebot hebt sich von den Familienwohnungen in der Umgebung ab, wodurch die Durchmischung des Quartiers gefördert wird. Die besonderen räumlichen Bedingungen der bestehenden Gebäudestruktur verlangen nach aussergewöhnlichen Wohnungstypologien. Viele der Wohnungen werden direkt von den beiden Innenhöfen erschlossen. Die grossen Raumhöhen ermöglichen trotz hoher Dichte grosszügig angelegten Wohnraum.


















Copyright für die Pläne / Schemata / Grafiken: Ackermann Architekt BSA SIA AG
Texte Davos Kriterien (Selbstevaluation)
Gouvernanz
Die Entscheidung, das bisher industriell genutzte Gebäude künftig dem Wohnen und dem Gewerbe zu widmen, fiel nach einer sorgfältigen Prüfung von Varianten. Da das ganze Gebiet am Rhein sich mittelfristig grundlegend verändern wird, definierte die Bauherrin einen Nutzungshorizont von 30 Jahren. Danach soll das Gebäude demontiert und andernorts wieder verwendet werden. Dies gilt für den bestehenden Stahlbau und den ergänzenden Holzbau.
Funktionalität
Die spezifischen Qualitäten der Wohnungen entstehen aus der Überlagerung des Programms mit der vorgefundenen Baustruktur. Das weitgespannte Stahlskelett und die Fassadenelemente geben den Takt vor, die Logik der Wohnungen flicht den Rhythmus ein. Die überhohen Räume bieten einen räumlichen Luxus und erlauben es, auch sehr tiefe Grundrisse gut zu belichten. Der Holzbau bietet als Ergänzung wenig tiefe Räume an, die längs der Fassade liegen.
Umwelt
Erhalt und Transformation bestehender Gebäudestrukturen bieten wesentliche Hebel in Hinblick auf die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Im Unterschied zu Neubauprojekten entlastet die bereits investierte Energie die CO2 Bilanz massiv. Auf Abbrucharbeiten kann zudem weitgehend verzichtet werden. Die Ausführung aller oberirdischen Bauteile in Leichtbau ermöglicht die spätere Demontage und Weiterverwendung der Bauteile. Das Gebäude erreicht den SNBS-Standard Gold.
Wirtschaft
Die Weiterverwendung und Transformation der Bausubstanz aus den 1960er- Jahren verlängert deren Lebenszyklus um mindestens 30 Jahre. Die Strategie berücksichtigt den Umstand, dass das Gebiet am Rhein von der öffentlichen Hand mittelfristig zu einem dichten Stadtteil entwickelt werden soll. Die Investitionen sind so ausgelegt, dass sie diese Entwicklung nicht blockieren. Die Konstruktion erlaubt eine weitere Transformation des Gebäudes oder eine Weiterverwendung der Bauteile an einem anderen Ort.
Vielfalt
Da die benachbarten Mehr- und Einfamilienhäuser ausschliesslich Wohnraum für Familien anbieten, bietet sich eine Ergänzung mit kleineren Wohnungen an diesem Ort an. Die beiden Innenhöfe bieten ein System beziehungsreicher Erschliessungen. Zusammen mit den Dachterrassen und weiteren gemeinschaftlichen Angeboten entsteht ein Netz von sozialen Anknüpfungspunkten. Das Wohnungsangebot lässt eine plurale Bewohnerschaft erwarten, was das Konzept der Vielfalt weiter unterstützen wird.
Kontext
Auch die reichhaltige Geschichte des Ortes spricht für die Weiterverwendung des Gebäudes. Die ehemalige «Bierburg», eine Brauerei mit Ausflugsrestaurant ausserhalb der Stadt, wurde zum Basel Institute of Immunology, einem internationalen Forschungszentrum. Die Umwandlung des Industriegebäudes aus den 1960er-Jahren in ein Wohngebäude respektiert die ursprüngliche Bedeutung des Ortes und bindet ihn über seine neue Nutzung in den Kontext des inzwischen entstandenen Wohnquartiers ein.
Genius Loci
Die Lage unmittelbar am Rhein und die spezielle bauliche Entwicklung haben einen Ort geschaffen, der in der kollektiven Vorstellung der Stadt fest verankert ist. Um die frühe gewerblich/industrielle Nutzung hat sie inmitten unbebauter Gebiete ein kleiner Stadtteil entwickelt, in dem primär gewohnt wird. Der neue Wohncluster schreibt sich in diese Geschichte ein, die durch den Erhalt des ehemaligen Laborgebäudes präsent bleibt.
Schönheit
Ausgewogenheit und Spannung sind die beiden unverzichtbaren Pole der Schönheit. Das vorgefundene Laborgebäude zeigt mit seiner klaren und regelmässigen Konstruktion industrielle Logik, mit der Gliederung der Baukörper gestalterische Ambition. Die Ergänzung formt daraus ein mehrteiliges Ganzes, das vom Reichtum seiner inneren Beziehungen und Widersprüche lebt: grün und grau, hart und weich, die Schöne und das Biest.
Eigenschaften
Ort
Grenzacherstrasse 487, 4058 Basel
Baukategorie (SIA 102)
Wohnen
Art der Aufgabe
Umnutzung
Art des Verfahrens
Direktauftrag
Baukosten in CHF (SIA 416)
Keine Angabe
Geschossfläche in m² (SIA 416)
6'760
Planung
2021 → 2025
Fertigstellung
2023 → 2025
Inbetriebnahme
2026
Einreichende | Projektbeteiligte
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Bauingenieurwesen
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Bauphysik
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