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Turbinenhaus
Turbinenhaus
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EINREICHUNG Nr. 552
Das Turbinenhaus liegt auf dem Emmenhof-Areal in Derendingen, in direkter Beziehung zu den historischen Industriegebäuden, der ehemaligen Spinnerei im Osten und dem Wasserkraftwerk im Süden. Es bildet die Schwelle zur Natur im Westen und spannt mit dem Wohngebäude der Etappe A den zentralen Spinnereiplatz auf. Die Idee wie auch der Name ist von der Turbine abgeleitet. Die Turbine – eine Maschine, drehend um eine zentrale Achse, allseitig und in Bewegung.
Die Räume des Gebäudes entwickeln sich von einem abgedrehten inneren Kern nach aussen, wobei das Treppenhaus den zentralen Drehmoment der Turbine bildet. Die Wohnungen sind mindestens dreiseitig ausgerichtet und verzahnen sich schaufelartig mit der Umgebung. Das flexible Erdgeschoss ist öffentlich und belebt das Areal mit einem Restaurant und Gewerberäumen. Darüber befinden sich
24 Wohnungen in 8 verschiedenen Typen, verteilt auf 6 Geschosse. Die Volumetrie des Gebäudes und die Wohnungen öffnen sich zur Natur und zum Kanal hin, was durch überhohe Split-Wohnungen an der Westseite erlebbar wird.
Das Gebäude schliesst mit einem kollektiven Dachgeschoss ab, das als Garten unterschiedlichen Funktionen dient. Dichte Baumpflanzungen unterstützen die Beschattung und Kühlung, gemeinschaftliche Terrassen bieten Raum für Begegnungen.
Das Turbinenhaus wird zu einem sozial produktiven Ort auf dem Areal.
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Turbinenhaus – Federico Farinatti
Copyright für die Fotografien: Federico Farinatti
Copyright für die Pläne / Schemata / Grafiken: Atelier NU
Texte Davos Kriterien (Selbstevaluation)
Gouvernanz
Auf dem ehemaligen Industrieareal entsteht auf Basis eines gemeinsam mit der Gemeinde entwickelten Gestaltungsplans ein neues Quartier. Seit 2019 wird das Emmenhof-Areal schrittweise verdichtet und in ein lebendiges, vielfältiges Gefüge transformiert. Unterschiedliche Wohnformen und öffentliche Nutzungen fördern die Begegnung und verknüpfen Siedlungsraum mit Naherholung. Das Turbinenhaus verbindet industrielle Erinnerung mit gelebter Gegenwart.
Funktionalität
Das Treppenhaus bildet den räumlichen und konstruktiven Mittelpunkt. Die um 20° gegenüber der Fassade verdrehte innere Organisation erzeugt spannungsvolle Überlagerungen der Geometrien. Diese räumliche Konsequenz steigert die Aufenthaltsqualität deutlich. So entstehen dreiseitig orientierte Wohneinheiten mit erhöhtem Tageslichtanteil, die allen Bewohnenden einen freien Ausblick in den westlich gelegenen Naturraum ermöglichen.
Umwelt
Die Stromversorgung des Areals erfolgt nahezu vollständig vor Ort durch Photovoltaikanlagen und ein eigenes Wasserkraftwerk, die Wärmeversorgung über Fernwärme. Auf dem Dach entstand eine gemeinschaftliche Terrasse, ein Gemeinschaftsraum und eine als Begegnungsort gestaltete Waschküche. Begrünte Pflanztröge sorgen für Verschattung und Kühlung, fördern die Biodiversität und schaffen neue Lebensräume.
Wirtschaft
Synergien im Areal werden konsequent genutzt: Stromproduktion, Veloräume und Parkierung sind zentral und übergreifend organisiert, wodurch das Untergeschoss des Turbinenhauses auf ein Minimum reduziert wird. Auf dem Dach werden kollektive Terrassen mit technischen Räumen kombiniert. So werden Flächen effizient genutzt und wirtschaftliche mit architektonischen Vorteilen vereint.
Vielfalt
Das Erdgeschoss ist öffentlich zugänglich und belebt das Areal mit einem Restaurant am Spinnereiplatz sowie flexibel teilbaren Gewerbeeinheiten. Darüber befinden sich auf 6 Geschossen 24 Wohnungen in 8 Typen. Splitwohnungen mit Zwischengeschossen orientieren sich zur Natur und zum Kanal. Im Dachgeschoss liegt ein Gemeinschaftsraum mit Terrasse als Treffpunkt für das Areal mit Baumpflanzungen, die Austausch, Beschattung und Kühlung fördern und Ausblicke vom Jura bis zu den Alpen ermöglichen.
Kontext
Der Baukörper reagiert auf die bestehende Struktur, das Wasser und die Spuren der industriellen Vergangenheit. Wie eine Turbine verzahnt er sich schaufelartig mit der Umgebung, während die Räume in einen lebendigen Dialog treten. Die Aluminiumfassade erzeugt einen klaren, technischen Ausdruck, reflektiert das Licht und den Kontext, sodass das Gebäude scheinbar mit seiner Umgebung verschmilzt.
Genius Loci
Das Turbinenhaus verbindet historische Kraft mit heutiger Nutzung und schafft einen gemeinschaftsfördernden Ort. Es bildet den Übergang zwischen industrieller Vergangenheit und der Natur. Es bietet unterschiedliche Möglichkeiten zur Förderung des sozialen Zusammenhaltes. Durch öffentliche Erdgeschossnutzungen, Uferräume mit Aufenthaltsgelegenheiten und einer kollektiven Dachterrasse bildet das Turbinenhaus ein Schwellengebäude. Das Turbinenhaus wird zu einem sozial produktiven Ort.
Schönheit
Die Schönheit des Turbinenhauses erwächst aus dem präzisen Weiterdenken des industriellen Kontexts. Struktur, Materialität und Sichtbezüge verweben Vergangenheit und Gegenwart zu räumlicher Kontinuität. Der ölig-anmutende, maschinenraumartige Kern trägt Spuren von Arbeit und Zeit und kontrastiert mit der kühl reflektierenden Aluminiumfassade. Gemeinschaftliche und öffentliche Räume erzeugen ein lebendiges Murmeln und machen die innere Dynamik als sozialen und räumlichen Mehrwert spürbar.
Eigenschaften
Ort
Emmenhof Areal, Derendingen
Baukategorie (SIA 102)
Wohnen
Art der Aufgabe
Neubau
Art des Verfahrens
*
Baukosten in CHF (SIA 416)
11.3 Mio
Geschossfläche in m² (SIA 416)
3'400
Planung
2020 → 2024
Fertigstellung
2022 → 2024
Inbetriebnahme
2024
Einreichende | Projektbeteiligte