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Transformation Flarzhaus Uster

Copyright: Walter Mair
Das inventarisierte Flarzhaus besitzt weder zeitgemässe Installationen (Wasser-, Strom- und Heizungsleitungen sind defekt und die Heizung basiert auf Gas) noch normgerechte Erschliessung (die Geschosse werden über Leitern erschlossen). Das Tragwerk ist marod und die Wände setzen sich auf Grund fehlender Fundamente.
Eine neue Treppe wird strukturell als Faltwerk konstruiert, das sich an den unregelmässigen Bestand anpasst, wodurch es als 52mm dünne Stahlbetonschicht ausgeführt werden kann und bei wenig Eigengewicht und minimalem Fundament bestehende, marode Holzbalken abfängt. Entlang der Treppe werden alle Räume die zeitgenössische Haustechnik benötigen (Küche, Bad, Heizraum, Elektro & Wasserverteilung) platziert, wodurch der ursprüngliche Zustand der 6 schützenswerten Räume wiederhergestellt werden kann ohne auf zeitgemässen Komfort zu verzichten.
Die neue Treppe multipliziert die möglichen (sozial)räumlichen Beziehungen der bestehenden Raumkammern wodurch sie die schützenswerte Struktur neu auf verschiedenste Arten aneignen lässt, von einem dreigeschossigem Raumkontinuum ohne Grenzen zwischen Infrastruktur und Zimmer, bis hin zu zwei gekammerten Wohneinheiten.
Ausserdem wird neu das Dach als zusätzlicher Aussenraum erschlossen. Dadurch wird die innenräumliche Transformation auch als Ergänzung der Dachlandschaft von Oberuster im Aussenraum ablesbar.
Eine neue Treppe wird strukturell als Faltwerk konstruiert, das sich an den unregelmässigen Bestand anpasst, wodurch es als 52mm dünne Stahlbetonschicht ausgeführt werden kann und bei wenig Eigengewicht und minimalem Fundament bestehende, marode Holzbalken abfängt. Entlang der Treppe werden alle Räume die zeitgenössische Haustechnik benötigen (Küche, Bad, Heizraum, Elektro & Wasserverteilung) platziert, wodurch der ursprüngliche Zustand der 6 schützenswerten Räume wiederhergestellt werden kann ohne auf zeitgemässen Komfort zu verzichten.
Die neue Treppe multipliziert die möglichen (sozial)räumlichen Beziehungen der bestehenden Raumkammern wodurch sie die schützenswerte Struktur neu auf verschiedenste Arten aneignen lässt, von einem dreigeschossigem Raumkontinuum ohne Grenzen zwischen Infrastruktur und Zimmer, bis hin zu zwei gekammerten Wohneinheiten.
Ausserdem wird neu das Dach als zusätzlicher Aussenraum erschlossen. Dadurch wird die innenräumliche Transformation auch als Ergänzung der Dachlandschaft von Oberuster im Aussenraum ablesbar.











Copyright für die Fotografien: Walter Mair, Hermes e Giulia Killer












Copyright für die Pläne / Schemata / Grafiken: Balissat Kaçani
Texte Davos Kriterien (Selbstevaluation)
Gouvernanz
Die 52mm dünne Betontreppe konnte nur das Aktivieren lokalen Unternehmer Know-Hows in enger Zusammenarbeit mit dem Baumeister Theo Bürgin und dem Holzbauer Schindler Scheibling realisiert werden. Erst die dünne Ausführung und das geringe Eigengewicht hat es ermöglicht die marode Tragstruktur zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen. Dabei konnte der Eingriff lokal minimiert werden wodurch die sechs schützenswerten Kammern in ihrem Charakter erhalten und wiederhergestellt werden konnten.
Funktionalität
Bei geringen Raumhöhen des Bestandes (weniger als 2m) ermöglicht die geometrisch verzerrte Treppe das durch ihre dünne Ausführung dass heutige Anforderungen an Raumhöhen eingehalten werden können und alle Räume Platz finden, für die es in der Jahrhunderte alten Struktur keine Infrastruktur gab (Bäder, Küchen, ...). Alle Infrastruktur wird in der Schicht der neuen Treppe geführt.
Umwelt
Die neue Treppe integriert auch eine Wärmepumpe, welche das Flarzhaus ressourcenschonend heizt. Dabei wirkt der Treppenkörper als thermisch aktivierte Betonmasse die das gesamte Haus zu heizen vermag.
Wirtschaft
Die neue Treppe integriert auch den Eingang in das Haus wodurch es möglich wird einen Teil des Hauses als Einlegewohnung zu vermieten. So wird eine wirtschaftlich nachhaltige Nutzung der Gebäudestruktur ermöglicht.
Vielfalt
Durch die neue Treppe werden vormals verschlossene Kammern in vielfältige räumliche Beziehungen zueinander gesetzt. Indem die Treppenschicht alle Nasszellen und Küchen übernimmt und sich die Kammern auf die Treppenlandschaft ausbreiten können wird eine vielfältige Nutzung der Kammern möglich: entweder isoliert oder in räumlichem Zusammenhang mit der Treppe(nküche) und über die Treppe in Zusammenhang mit anderen Kammern.
Kontext
Durch den gezielten und auf einen kleinen Teil des Bestandes konzentrierten Eingriff kann die schützenswerte Struktur des Flarzhauses nicht nur als Bild, sondern auch konstruktive Materie gerettet werden. Die Jahrhunderte alte Struktur bleibt für viele Jahre weiterhin erlebbar und bezeugt die landwirtschaftliche Vergangenheit des Ortes.
Genius Loci
Die intervention ermöglicht es die schützenswerte im Ort verwurzelte Typologie des Flarzhauses mit zeitgenössischen Wohnformen anzueignen. Der Eingriff vermittelt durch eine räumlich erlebbare Struktur zwischen lokaler Bautradition und lokalen, hochtechnologischem Baugewerbe.
Schönheit
Der Eingriff bringt Jahrhundertealte Materialien und Konstruktionen in ein ästhetisches Gleichgewicht mit zeitgenössichen Materialien und Konstruktionstechniken und haucht so dem physichen Erbe alter Lebensformen neues Leben ein.
Eigenschaften
Ort
Uster
Baukategorie (SIA 102)
Wohnen
Art der Aufgabe
Umbau
Art des Verfahrens
Direktauftrag
Baukosten in CHF (SIA 416)
800'000
Geschossfläche in m² (SIA 416)
150
Planung
2021 → 2023
Fertigstellung
2023 → 2024
Inbetriebnahme
2024
Einreichende | Projektbeteiligte