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Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini
Copyright: Valentin Jeck + PARK ARCH
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EINREICHUNG Nr. 408
In der letzten Eiszeit stiess der Linthgletscher bis ins heutige Limmattal vor. Bei seinem Rückzug bildeten sich der Zürichsee und die Ufertopografie, auf der das Schloss Rapperswil steht. Die Gletscherspalte zwischen den schalungsglatten Liftschächten und Gletschermühlen der gestockten, gewundenen Treppenläufe vor der bauzeitlichen Bruchsteinwand beziehen sich darauf. Sie machen die immensen Kräfte der Natur sichtbar, die Transformationen über lange Zeiträume. Auch das Schloss Rapperswil hat sich während Jahrhunderten stetig verändert. Es ist das Wahrzeichen für die Bevölkerung der Stadt und der Region. Heute ist es im schweizerischen Inventar für Kulturgüter von nationaler Bedeutung eingetragen. Die baulichen Erneuerungen respektieren das Bestehende. Die inneren Widersprüche werden artikuliert, Identität entsteht in der Differenz.
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletscherspalte und Gletschermühlen – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletscherspalte – © PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletschermühlen – © PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletscherspalten – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Baustelle – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletscherspalte – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletscherspalte – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletschermühlen – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletschermühlen – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Gletschermühlen – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Schloss Rapperswil – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Schloss Rapperswil - crepaccio e mulini – Kräutergarten – © Valentin Jeck + PARK ARCH
Copyright für die Fotografien: Valentin Jeck + PARK ARCH
Copyright für die Pläne / Schemata / Grafiken: PARK ARCH + Ulaga Weiss
Copyright: PARK ARCH
Texte Davos Kriterien (Selbstevaluation)
Gouvernanz
Seit 800 Jahren wird das Schloss Rapperswil genutzt, verändert, repariert, geschützt und erweitert. Es ist Teil der gemeinsamen, lebendigen Geschichte der Menschen in Rapperswil-Jona. Die aktuelle Erneuerung basiert auf der engen Kooperation aller Akteure des Betriebs, der Planung, der Ausführung und der Nutzung, einschliesslich Denkmalpflege, Gewerke, Stadt und Ortsgemeinde.
Funktionalität
Die neue Erschliessung macht das historische Monument zukunftsfähig. Heutige Anforderungen an Brandschutz und Erdbebensicherheit sind erfüllt. Die Eingriffe respektieren die bestehende Substanz, optimieren den Betrieb und bieten Flexibilität, Sicherheit, Komfort und Barrierefreiheit für Museum, Gastronomie und die weitere kulturelle Nutzung.
Umwelt
Die Erneuerung schärft die Aufmerksamkeit auf die Geologie und die Spuren und Materialien der Geschichte. Freiräume mit neuem Aufbau gewährleisten die Versickerung. Der Vorplatz zum Lindenhof und der Kräutergarten stärken Biodiversität. Bauliche Strukturen werden erhalten und gesichert. Langlebige Materialien verbinden sich mit Jahrhunderte alten Bauteilen.
Wirtschaft
Die vielfältige, flexible Nutzung als Ort für kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungsbesuche, Konzerte, Anlässe und Gastronomie macht das Denkmal lebendig. Die neuen Interventionen knüpfen an die bestehenden Nutzungen an, das Vertraute wird sachte erweitert. Durch die neuen Abläufe ist der Betrieb optimiert, der Fortbestand langfristig gesichert.
Vielfalt
Das Schloss wird für die Menschen geöffnet und reaktiviert. Das neue Treppenhaus ist ein sozialer Begegnungsraum und erschliesst die Orte, in denen verschiedene soziale Gruppen sich treffen. Die Aufwertung des Aussenraums verstärkt die Rolle als Orientierungsort und Treffpunkt der Öffentlichkeit. Die Vielfalt erleichtert es, sich das Schloss anzueignen.
Kontext
Die neue Erschliessung rückt den Bestand ins Zentrum und zeigt ihn aus diversen Perspektiven. Der Weg nach oben ist ein räumliches Erlebnis und fördert den Respekt vor den historischen Elementen, den Materialien und konstruktiven Details. Zugleich tritt das Gegenwärtige selbstsicher auf. Die Verbindung mit der Stadt und der umgebenden Landschaft zeichnet sich neu ab.
Genius Loci
Die Intervention unterstreicht die spezifische Atmosphäre des Schlosses. Die Haptik der Betonoberfläche, von den Treppenstufen bis zu den Brüstungen, die Lichtführung und die Wegführung verstärken das räumliche Erlebnis. Genius loci hängt mit Authentizität und Einzigartigkeit zusammen. Die Intervention ist spezifisch für diesen Ort. Jedes Element ist singulär, nichts ist austauschbar.
Schönheit
Die Intervention hat skulpturale Qualität. Materialität, Haptik, Chromatik erlauben eine eigene «promenade architecturale», die stetig wechselnde räumliche Erfahrungen ermöglicht. Die neue Architektur ist auf das menschliche Mass bezogen. Sie vermittelt zwischen der Rohheit der alten Schlossstruktur und der Fragilität des menschlichen Körpers. Sie schärft die Sinne und die Aufmerksamkeit.
Eigenschaften
Ort
Schloss Rapperswil, Lindenhügel, 8640 Rapperswil-Jona
Baukategorie (SIA 102)
Kultur und Geselligkeit
Art der Aufgabe
Umbau
Art des Verfahrens
Wettbewerb
Beschaffungsform
Selektives Verfahren
Baukosten in CHF (SIA 416)
keine Angaben
Geschossfläche in m² (SIA 416)
keine Angaben
Planung
2018 → 2022
Fertigstellung
2022 → 2024
Inbetriebnahme
2024