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Die sechs Nominierten filmisch porträtiert
08.06.2026
SIA

Entdecken Sie die Projekte der Shortlist 2026! Die filmischen Porträts von Michael J. Hartwell zeigen verschiedene Aspekte der neun Nominierten und lassen die Personen hinter den Projekten zu Wort zukommen.

Der Sieger wird am 11. Juni im Rahmen der Preisverleihung bekannt gegeben.

→ Gässli 5

Das Projekt beruht auf einer gemeinschaftlichen und partizipativen Initiative, die neuen Wohnraum in einem Dorf schafft, Aussenräume präzis gestaltet und die Dorfgemeinschaft stärkt. Beide Gebäudeteile – der dislozierte Altbau und der Neubau – beleben die alte Kulturtechnik wieder, Gebäude so zu errichten, dass ihre Teile demontiert, ersetzt oder neu zusammengestellt werden können. Zum Einsatz kamen nachwachsende Baustoffe wie Holz und Stroh. Das Projekt zeugt von einer hohen Sensibilität für den Baustoff, den Kontext, die Umwelt und die Methode; es ist eng im Ort verwurzelt und stärkt den Genius Loci.

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→ Das Wohltemperierte Haus

In einem ehemaligen Bürogebäude, wie sie in der Schweiz praktisch überall zu finden sind, wurde ein Geschoss zu provisorischen Wohnungen umgenutzt. Dabei experimentiert das Projekt mit einer neuartigen Wohnform und innovativen, effizienten und flexiblen Ansätzen in der Energie- und Gebäudetechnik. Die thermische Abgrenzung erfolgt nicht primär an der Fassade, sondern innerhalb der Wohnungen: Thermisch aktivierbare Einbauten mit Lehmwänden, etwa für Nasszellen, dienen als Heizkörper für die Wohnung, die mittels wärmereflektierender Vorhänge zoniert werden kann.

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→ Immeuble Normandie, reconversion d'un immeuble administratif en logements

Diese Transformation des schützenswerten Bürogebäudes von Jean-Marc Lamunière belegt eindrücklich, dass moderne Bauten aus der Zeit der Hochkonjunktur auf sensible, hochwertige und innovative Weise energetisch und statisch ertüchtigt, architektonisch weiterentwickelt und auf zukunftsfähige Weise umgenutzt werden können. Dem Projekt gelingt es, die Identität des Gebäudes zu erhalten und zu stärken. Die neuen Wohnungen weisen eine innovative, qualitätsvolle Typologie auf, die auch hochwertige private Aussenräume integriert.

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→ HORTUS

Das Projekt belegt, dass es auch mit Neubauten möglich ist, die Ziele der Norm SIA 390.1 Klimapfad zu erreichen, und stellt damit ein Benchmark für künftige Vorhaben dar. Im Gegensatz zur konventionellen Projektentwicklung wurden in einem interdisziplinären Prozess zuerst innovative Bauteile aus lokalen, bio- und geobasierten Materialien wie Holz und Lehm entwickelt, die anschliessend als Grundlage für den Entwurf dienten. Der Neubau hat einen niedrigen CO2-Fussabdruck, produziert Solarstrom, weist eine hohe ästhetische Qualität auf und ist flexibel nutz- und transformierbar.

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→ Bondo Neugestaltung Verbauungen

Der Schutz vor Naturgefahren gewinnt im Kontext der Klimaerwärmung und der daraus resultierenden Extremereignisse an Bedeutung. Die Schutzbauten in Bondo sind ein herausragendes Beispiel dafür, welchen baukulturellen Mehrwert interdisziplinär und partizipativ entwickelte Infrastrukturprojekte schaffen können: Die Ingenieurbauten dienen nicht nur dem Schutz vor Naturgefahren und der Mobilität, sie tragen auch zu einer sorgfältigen Landschaftsgestaltung in einem wertvollen alpinen Naturraum bei.

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→ Forêt urbaine du quartier de l'Étang

Das Thema des Siedlungsgrüns ist ein aktuelles und kritisches Thema: Wie lassen sich die letzten Fragmente von Natur in der Agglomeration bewahren? Im periurbanen Raum, wie er in der Schweiz vielerorts zu finden ist, schafft das Projekt eine grüne Insel für die Bevölkerung, indem es ein verbleibendes Stück freien Naturraums samt Gewässer erhält, den schönen Baumbestand mit neuen Pflanzen aufwertet und die Anlage mit Wegen und Sitzgelegenheiten ergänzt. Der Grünraum dient als atmosphärisch einzigartiger, die dichte Bebauung kontrastierender Lebensraum, zugleich aber auch als Retentionsbecken und Hochwasserschutz. Er zeigt exemplarisch, dass ein in jeder Hinsicht wertvoller Grünraum auch ohne grosse Gesten realisierbar ist.

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